Schrägsitzventil Bauformen und Eigenschaften

Ein Schrägsitzventil kann im Prinzip wie ein Kugelventil verwendet und eingebaut werden. Im Gegensatz zum Kugelventil muss beim Einbau des Schrägsitzventil die Fliessrichtung beachtet werden. Der Ventilteller muss unbedingt gegen die Fliessrichtung und den Fliessdruck schliesen, sonst kommt es über kurz oder lang zur Beschädigung der Dichtungsscheibe. Die Fließrichtung ist aber auf dem Gehäuse deutlich gekennzeichnet und auch an der Bauform erkennbar. Das Schrägsitzventil muss eben wie der Name schon sagt, schräg gegen die Fliessrichtung eingebaut werden.

Im Gegensatz zum Kugelventil kann es leicht zerlegt und wieder instand gesetzt werden.Oberteile Spindel und Dichtungsteller nebst Kleinteilen sind im gut sortierten Fachhandel zu bekommen. Oberteile und Dichtungen gibt es in allen Abmessungen in jedem Baumarkt. Ein Schrägsitzventil kann also im Gegensatz zu 99 Prozent der Kugelventile in eingebautem Zustand teilzerlegt und repariert werden. Ein Schrägsitzventil ist eher für den ständigen Gebrauch, öffnen und schließen konstruiert, ein Kugelventil eigentlich vorwiegend für den Ruhezustand. (Abgesehen von halbjährlichen Funktionskontrollen) Abgesehen davon kann natürlich auch das Schrägsitzventil zum dauerhaften freigeben oder abstellen von Leitungsabschnitten zu Wartungszwecken verwendet werden.

Die einzelnen Schrägsitzventile unterteilen sich im Wesentlichen in:

  • Standardform mit Stopfbuchsendichtung
  • Ventil mit wartungsfreier Fettkammer
  • Freiflussventil mit offenem Durchfluss
  • Kombinationen aus den verschiedenen Bauformen

Schrägsitzventil Standart Form

Dieses Allround Ventil kann eigentlich an jeder Stelle der Wasserleitung sowohl zum Regeln als auch zum Absperren verwendet werden. Die Stopfbuchse, mit Gefühl bedient kann Undichtigkeiten bis zu einem gewissen Grad abstellen. Der häufigste zum Totalschaden führende Fehler ist das Überdrehen der Einstellschraube. Das normale Schrägsitzventil reduziert auch im geöffneten Zustand die Durchflussöffnung was natürlich zur Druckverminderung führt.Schrägsitzventile erfordern ein zweimaliges Umlenken des Wasserstroms. Geradesitzventile, die in etwa nach dem selben Prinzip gebaut sind wie das Schrägsitzventil erfordern sogar ein viermaliges Umlenken des Wasserstroms. Sie sind daher wesentlich lauter und druckmindernder als Schrägsitzventile. Auch das Schrägsitzventil sollte mindestens alle 6 Monate einer Funktionskontrolle unterzogen werden. Die Stopfbuchsenkonstruktion ist nämlich insbesondere bei hartem Wasser verkalkungsanfällig und sitzt dann gerne fest. Beim Einbau in Warmwasserleitungen tritt dieses Problem besonders häufig auf.

Schrägsitzventil mit wartungsfreier Fettkammer

SchrägsitzventilBei neueren Konstruktionen sorgt an Stelle der althergebrachten Stopfbuchsen eine sogenannte Fettkammer für weitestgehende Wartungsfreiheit. Alle beweglichen Spindelteile laufen in einer gekapselten Fettkammer Solche Ventile sind nicht mehr kalkanfällig, sehr leichtgängig und müssen praktisch nicht mehr gewartet werden. Fettkammeroberteile können wie herkömmliche Stopfbuchsenoberteile ohne weiteres ohne Ausbau des Ventils ausgetauscht oder einfach nur das Ventilgummi erneuert werden. Es gibt sie auch mit nicht steigender Spindel. Das bedeutet, dass sich das Stellrad beim Öffnen des Ventils nicht herausdreht. Dies kann bei sehr beengten Platzverhältnissen von Vorteil sein, wenn in einer Nische nicht genügend Platz für das herausgedrehte Handrad ist.

 Freiflussventil mit offenem Durchgang

Beim Freiflussventil zieht sich der Ventilteller bei Vollöffnung ganz in das Ventiloberteil zurück und gibt damit die gesamte Durchflussöffnung frei. Dadurch wird sowohl die Fliessmenge als auch der Wasserdruck nicht vermindert. Auch Fliessgeräusche werden dadurch vermieden. Diese Technik ist mit dem Kugelventil mit vollem Durchgang vergelichbar.

Unter den einzelnen Bauformen ergeben sich auch Kombinationsmöglichkeiten wie Freiflussventil mit Fettkammer und steigender Spindel oder mit nicht steigender Spindel. Auch der Tausch eines Stopfbuchsenoberteils gegen ein Fettkammeroberteil  ist in fast allen Fällen möglich.

 

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Kugelventil – Vor und Nachteile

Kugelventile – praktisch und preiswert!

Kugelventile oder Schrägsitzventile werden in jedem Installationssystem benötigt, ganz gleich ob es sich dabei um die Haus- Heizungs- oder Bewässerungsinstallation handelt. Die Frage ist nur wo setzt man welche Ventilart ein ?

  • Welche Eigenschaften müssen die Ventile für die einzelnen Installationsarten haben?
  • Welches Ventil ist für den ganz bestimmten Einsatzzweck am besten geeignet ?
  • Wie sieht es mit Qualität, Haltbarkeit, Wartungsfreundlichkeit aus?

Also zunächst einmal ist ein Kugelventil eine sehr bequeme Absperrmöglichkeit, bedarf es doch von der vollständigen Schließung bis zur Vollöffnung nur einer Vierteldrehbewegung am Hebel, gegenüber dem doch etwas unkomfortableren, weil über mehrere Spindelumdrehungen zu realisierenden,  Auf- und Zudrehen des „Wasserhahns“.

Die Montage ist einfach, eine Fliessrichtung wie beim Schrägsitzventil ist nicht zu beachten. Aber genau in dieser sehr kurzen Drehbewegung liegt die Gefahr beim Kugelventil.

Druckventile langsam öffnen und schließen – warum?

Die vollständige Absperrung des Wasserstroms kann leicht so schnell erfolgen, dass ganz erhebliche Druckstöße im Druckleitungssystem erfolgen, die ganz leicht das Dreifache der Pumpendruckleistung und damit um die 20 bar betragen können. Diese Druckstösse äußern sich dann als deutlich wahrnehmbare Schläge in der Druckleitung, die sich natürlich auf alle Armaturen, Dichtungen und Verschlüsse auswirken.

Wenn das nur selten passiert, ist das nun nicht sooo schlimm. Auf die Dauer hält das aber kein, für Drücke bis 12.5 bar geprüftes Rohrsystem aus. Auch das Kugelventil selbst ist da je nach Qualität anfällig und leckt dann schon nach kurzer Einsatzdauer.

Manchmal äußert sich das Druckproblem auch nicht durch einen einzelnen Druckschlag sonder durch ein länger anhaltendes Zittern/Vibrieren der Rohrleitung.

Ein weiterer Nachteil beim Kugelventil ist die geringe Reparaturfreundlichkeit. Meist sind Kugelventilgehäuse  gar nicht zu öffnen und müssen deshalb in vielen Fällen bei Undichtigkeit ausgetauscht werden.

Kugelventil mit -stellschraube zumn Einstellen

hier ist die Stellschraube der Stopfbüchse unter dem Hebel deutlich zu sehen

Dies wird insbesondere dann der Fall sein wenn das Ventil in den allermeisten Fällen keine nachstellbare Stopfbuchse hat, welche ein gefühlvolles Nachdichten durch eine Stellmutter  in gewissen Grenzen ermöglicht. Die Stellmutter ist ganz flach und befindet zwischen Stellhebel und Ventilgehäuse.

Dieses Detail wird oft übersehen.  

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Eigentlich hat ein Kugelventil ja in erster Linie Absperrfunktion um Teilbereiche des Rohrsystems warten oder auswechseln zu können. Strömungsregelung ist zwar auch durch sehr kontrolliertes Betätigen des Drehhebels möglich, war aber nicht der erste Konstuktionszweck. In letzter Zeit  werden sogenannte Kugelauslaufhähne auch gerne zum Anschließen von Gartenschlauch und Reglern benutzt. Dort ist das auch weniger problematisch, da der angeschlossene Gartenschlauch ja auch wieder eine gewisse Druckflexibilität aufweißt, jedenfalls bei Öffnen.

 

Beim abrupten Schliesen tritt das Druckstossproblem jedoch in gleicher Weise auf.

Wassereinschluß im Kugelventil-Gehäuse

Vorsicht ist auch bei im Freien verwendetem Kugelventil geboten.

Konstruktionsbedingt haben diese nämlich einen sogenannten  Totraum, in welchem immer Wasser eingeschlossen ist, ganz gleich ob der Hahn geschlossen ist oder nicht. Da das Wasser sich bei Frost ausdehnt und das Kugelventil hermetisch schließt, kann es von dem entstehenden Eis gesprengt werden.

Also Kugelventile und Ausalufhähne mit Kugelmechanik im Winter immer abbauen, die Leitung leermachen genügt nicht. Ein weiteres durch den Anwender praktisch nicht zu erkennendes Qualitätsmerkmal  ist die Chrombeschichtung der Dichtungskugel selbst. Wenn diese sehr dünn oder von minderer Qualität ist ,und  wer will das prüfen, platzt sie einfach nach kurzer Zeit ab und das Kugelventil ist einfach hinüber.

Ach ja, in der Hausinstallation dürfen im Trinkwasserbereich natürlich nur DIN geprüfte Armaturen verwendet werden. Diese sind meist an der grünen Farbe des Hebels oder Drehgriffes zu erkennen.

 

Kugelventil Fazit :

Ein Kugelventil ist leicht und bequem zu bedienen, bietet aber auch die Möglichkeit der einfachen, weil zu schnellen „Fehl“ -bedienung und beinhaltet deshalb ein gewisses Risiko. Leider sind Kugelventile oft nicht sehr langlebig und Qualitätsmerkmale wie Stopfbuchse ja oder nein, sowie Beschichtung der Dichtungskugel sind für den Nichtfachmann schlecht bis gar nicht zu erkennen. Man sollte beim Kauf auch auf den Durchlassöffnung  achten, oft ist aus den Angaben gar nicht zu erkennen, ob das Ventil eine Vollöffnung oder nur eine Teilöffnung besitzt. Teilöffnung bedeutet natürlich Mengen und Druckverlust, sowie höhere Fließgeräusche.

 

Anbohrschellen zur Rohrnetzerweiterung

AnbohrschellenAnbohrschellen vereinfachen die Erweiterung eines bestehenden Rohrnetzes aus Kunstsoffrohren ganz beträchtlich.  Wenn man nach der Installation seines Wasserverteilungssystems feststellt, dass man vielleicht doch noch einen Beipaß für einen Schlauchanschluß vor der Verteilung für die einzelnen Stränge braucht, ist das immer ärgerlich. Oftmals ist es gar nicht möglich einen zusätzlichen T-Fitting einzusetzen, ohne große Teile des Rohrleitungssystems zu demontieren. Abhilfe schaffen hierbei sogenannte Anbohrschellen.

Anbohrschellen ein altbekanntes Hilfsmittel

Eigentlich kennt man die Technik, eine aus zwei Halbschalen bestehende stabile Manschette mit Dichtungseinlage um  ein leckes Wasserleitungsrohr zu legen, schon seit Jahrzehnten.  Auch Guss -Abwasserrohre hat man schon vor langer Zeit mit sogenannten Anhauschellen angezapft. Was liegt also näher als diese Technik auch  auf den Rohrleitungsbau mit Pe-Kunststoffrohren anzuwenden.

Anbohrschellen gibt es mittlerweile für alle Rohrdurchmesser und mit Innengewinde Anschlüssen von 1/2 Zoll bis 2 Zoll.  Der Einbau ist kinderleicht. Nachdem der Dichtungsring in die Aussparung der Hälfte mit dem Gewindeabgang eingelegt wurde, legt man die beiden Schalenhälften der Anbohrschellen an der Stelle um das Kunststoffrohr, wo der nachträglich Abzweig angebracht werden soll. Die Klemmschrauben werden leicht angezogen. Nach der entsprechenden Ausrichtung des Gewindeanschlusses in die gewünschte Richtung werden die Schrauben endgültig festgezogen.

Um das Verschieben der Anbohrschelle auf dem Ursprungsrohr zu erleichtern, sollte das PE Rohr und der eingelegte Dichtungsring aus Gummi mit etwas Spüli gleitfähig gemacht und die Klemmschrauben nur leicht angezogen werden. Beim Verschieben  darauf achten, dass der Dichtungring nicht herausrollt und eine dichte Verbindung von Anbohrschellen und PE-Rohr nicht möglich ist.

Erst wenn die Anbohrschelle entgültig ausgerichtet und festgeschraubt ist, wird das Rohr mit einem normalen Maschinenbohrer durch die Seite mit dem Gewindeanschluss angebohrt.  Das Material der Anbohrschellen ist 6-10 Millimeter stark, je nach Größe und kann so praktischerweise als Bohrlehre verwendet werden. Die bereits in der Schellenhälfte fertig gestellt Bohröffnung  ist je nach Rohrgröße zwischen 12 und 17 Millimeter groß. Somit ist eine mögliche Beschädigung des Innengewindes nahezu ausgeschlossen. Das PE Material ist sehr leicht zu bohren und man muss aufpassen, dass man die gegenüberliegende Rohrwand nicht durchbohrt. Man sollte die Anbohrschellen aber eher nicht mit dem weicheren und dünneren Gardena Verlegerohr verwenden, weil ansonsten eine hunterprozentige Dichtheit wegen der Materialunterschiede zum harten PE Rohr nicht erreicht werden kann. Mir ist das jedenfall nicht gelungen.

Nachdem die passende PE Schraubmuffe mit Teflonband eingedichtet wurde, kann der erforderliche Anschluss mit PE-Rohr weitergeführt werden. Vom Preis her sind Anbohrschellen gegenüber T-Fittings zum Schrauben überaus interessant, kosten sie mit 1-2 Euro doch nur einen Bruchteil .  Bezugsquelle

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PE Rohr – Art und Eigenschaften

PE RohrPE Rohr ist das wohl universellste Material zur Herstellung des gesamten Leitungssystems von der Tiefbrunnenpumpe bis hin zu den einzelnen Verbrauchern wie Regner, Düsen, und Microbewässerung. PE Kunststoffrohr gibt es in verschieden Qualitätsstufen und Eigenschaften. Mit und ohne Trinkwasserzulassung, als Hart- oder Weichrohre, unterschiedlichen Wandstärken, sowohl als Stangen- als auch als Rollenware. PE Rohr gibt es in unterschiedlichen Druckklassen von 4-16 bar.

PE Rohr als Druckrohr zum Anschluß an Tiefbrunnenpumpen oder Wasserversorgung

Für den Einsatz als Druckrohr von der Tiefbrunnenpumpe zum Verteilungssystem oder zum Anschluß an das öffentliche Leitungsnetz muss das PE Rohr einiges an Druck aushalten.

Wenn die Pumpe z.B. einen Maximaldruck von 6,5 bar liefert und kein Ausgleichsgefäß angeschlossen ist, können Schaltvorgänge oder das schnelle Schließen eines Kugelventils Druckstöße bis zum Dreifachen des statischen Druckes auslösen.  ein PE Rohr mit einer Druckfestigkeit von 12,5 bar wäre also schon erforderlich. Geht es um den Anschluß an das öffentliche oder Hausleitungsnetz ist außerdem eine Trinkwasserzulassung erforderlich. Das öffentliche Netz arbeitet normalerweise mit Drücken von 4-6 bar. Ein PE Rohr mit lediglich Brauchwasserzulassung, wie viele Verlegerohre und einer Drucksicherheit von lediglich 4 bar, wäre also für diesen Einsatzzweck ungeeignet.

Rohrverbindungen werden hergestellt mit PE Schraubfittings für Trink- oder Brauchwassereinsatz.  Verlegerohre für die Gartenbewässerung  mit niedrigerer Druckbelastung bis 6 bar werden mit Schnellklemmfittings, z.B. Gardena Kupplungen oder aber mittels Schlauchschellen und Schlauchtüllen hergestellt. Die weicheren Verlegerohre

mit dünnerer Wandung ( 25 * 1,9) sind für diese Heimwerker-Befestigungsart gut geeignet.  Ein reletaiv hartes und wesentlich dickwandigeres PE Rohr (25 * 1,9) benötigt für eine feste und wasserdichte Verbindung allesdings eine PE-Klemmverschraubung.

Will man das harte PE-Rohr mit einer Messing-Schlauchtülle beim Übergang zum Bewässerungssystem mit dem weicheren Verlegerohr verbinden, ist eine wasserdichte Verbindung schwierig herzustellen. Es empfiehlt sich das PE Rohr vor dem Anbringen der Schlauchschelle mit einem Heißluftfön zu erwärmen um so ein dichtes Anpressen zu ermöglichen.

Die Preise für hartes trinkwassergeprüftes PE Rohr liegen deutlich unter dem Preis von Gardena Verlegerohr. Bezugsquelle