Brunnen winterfest machen –  Schritt für Schritt

Damit der Gartenbrunnen keinen Schaden nimmt, muss der Brunnen winterfest gemacht werden. Gelegentliche Bodenfröste und kurzfristige Temperaturabsenkungen werden zwar noch keinen Schaden anrichten, aber sicher ist sicher und so wird es langsam Zeit, die notwendigen Vorbereitungen zu treffen.

Eine Tiefbrunnenpumpe kann getrost im Brunnenrohr verbleiben. In unseren Breiten liegt die Frostgrenze im Boden bei 80-100 cm. Da die Pumpe ja in über 8 Meter Tiefe hängt, befindet sie sich im permanent frostfreien Bereich und kann daher auch keinen Schaden nehmen. Auch bei eingebautem Rückflussventil in der Pumpe wird die Wassersäule im Steigrohr auf keinen Fall bis zu Pumpe hin gefrieren. Auch dem PE-Kunststoffrohr macht gefrorenes Wasser kaum etwas aus.

Wenn gelegentlich empfohlen wird, die Tiefbrunnenpumpe auszubauen, sollte man auch berücksichtigen, wo man diese und die dann oft 15 Meter lange Steigleitung aufbewahren kann. Dies kann oft nur im Garten im Freien sein, und da ist sie ja auch im Frostbereich. Gut, die Pumpe selbst kann man abbauen und im Keller aufbewahren. Aber warum sollte man sich diese ganze Arbeit machen, wenn es auch einfacher geht, indem man das Ganze einfach da belässt wo es ist, im Brunnenrohr.

Wenn Brunnenkopf und Brunnenstube dann noch zusätzlich mit verrottungssicheren Isoliermatten passiv vor Frost geschützt sind, kann eigentlich nichts passieren.

Wer Brunnenstube und Steigrohr zusätzlich schützen will, kann dies dann noch durch einen Heizdraht mit Frostwächterfunktion tun, welcher einfach spiralförmig um das Leitungsrohr gelegelegt wird.

Dies gilt natürlich auch für die Weiterführung der Druckleitung in einen frostsicheren Raum. Diese elektrischen Heizsysteme gibt es in unterschiedlichen Längen mit unterschiedlicher Leistung. Natürlich kostet der Betrieb Geld.

Befinden sich Feinfilter, Presscontrol und Membranausdehnungegefäß nicht in einem frostsicheren Raum oder Brunnenstube, müssen diese selbstverständlich demontiert werden.

Wenn der Gartenbrunnen winterfest ist, gehts um die Armaturen und Leitungen im Freien.

Wenn die oben genannte Brunnenanlageteile frostsicher untergebracht sind und sich die Verteilung für die Bewässerungsanlage im Freien befindet, sollte müssen auch diese gesichert werden. Dazu wird  der Haupthahn in der Zuleitung zur Ventilverteilung geschlossen und das Wasser aus der Bewässerungsanlage entfernt.

Bei vielen Regner- und Bewässerungssystemen entweicht der Leitungsinhalt einfach durch zusätzlich einzubauende automatische Entwässerungsventile.

Vorsicht ist dagegen bei Hunter Regnern und Sprühdüsen angesagt. Diese dürfen laut Herstelleranleitung nicht zusammen mit automatischen Entleerungsventilen verbaut werden. Hunter schreibt im Übrigen für störungsfreien Betrieb auch einen Feinfilter vor. Aber ein Feinfilter dürfte wohl in jeder Brunnenalage vorhanden sein.

Das größte Problem dürften wohl die sehr beliebten Kugelventile und Auslaufhähne darstellen. Diese besitzen bauartbedingt zwischen verchromter Ventilkugel und Dichtung sogenannte Toträume, von denen einer je nach Hahnstellung immer wassergefüllt ist. Dies gilt auch bei völlig entleertem Rohrsystem.

Das darin befindliche Wasser ist hermetisch abgedichtet und wird bei Temperaturen deutlich unter dem Nullpunkt natürlich gefrieren und sich ausdehnen. Dadurch kann des Hahngehäuse regelrecht gesprengt werden. Solche Frostschäden sind, weil es sich meist um ganz dünne Haarrise handelt, auf den ersten Blick gar nicht feststellbar. Da nützt es dann gar nichts, dass der Brunnen winterfest ist, die Kugelventile müssen halt einfach vor der Frostperiode ausgebaut werden.

System mit Pressluft ausblasen

Wer keine Entwässerungsventile eingebaut hat. sollte sein Bewässerungssystem vor dem Ausbau der Kugelhähne ganz einfach mit Pressluft ausblasen. Ich löse das Problem einfach so, dass ich einen der paralell zur Ventilverteilung angeschlossenen Kugelauslaufhähne gegen einen Pressluftanschlussnippel für die Schnellkupplung des Kompressorschlauches austausche.

Dann wird der Haupthahn der Druckleitung aus oder in Richtung Pumpe geschlossen und die einzelnen Bewäserungskreise nacheinander durch Öffnen und Schließen des jeweiligen Ventils mit mindestens 8 bar Druckluft ausgeblasen bis an den einzelnen Regnern nur noch Luft austritt.

Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, kann dann noch die Sprüh und Rotordüsen ausschrauben und bei der Gelegenheit einer ohnehin fälligen Prüfung unterziehen.

Magnetventile sind weitgehend wartungsfrei

Im Gegensatz zu Kugelventilen können elektronische Magnetventile in geöffneter Stellung eingebaut bleiben, vorausgesetzt die elektrische Verkabelung ist im Freien absolut wasserdicht ausgeführt. Da die Magnetventile je nach Bauart und Hersteller nur eine Kabellänge von unter einem Meter aufweisen, müssen die Anschlusskabel meist im Freien verl

Brunnen winterfest Wartung der Ventile

Magnetventil Gruppe mit Anschlußnippel für Pressluftleitung in der Beipassleitung

ängert werden. Dazu müssen unbedingt wasserdichte Spezialklemmen verwendet werden. Normale Lüsterklemmen sind nicht geeignet.

Magnetventile werden einfach geöffnet, indem man z.B. beim Hunter-Ventil den Spulenkörper entgegen dem Urzeigersinn um eine Vierteldrehung öffnet. So kann das Beregnungssystem ja auch ganz einfach bei Ausfall des Steuergerätes manuell bedient werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Elektrokabel mit einer kleinen Schleife so verbaut sind, dass eine Drehung des Spulenkörpers auch möglich ist.

Aufwändige und meist auch recht teure fertig aufgebaute Komplettverteilungen für Magnetventile haben nicht nur einen Beipass für paralell betriebenen Auslaufhähne integriert, sondern sie besitzen darüber hinaus auch einen über einen Absperrhahn geregelten Pressluftanschluss. In diesem Fall entfällt dann natürlich die Bastellösung am Ventilanschluss mit verschiedenen Reduziermuffen.

Wer nun mit all diesen Massnahmen seinen Gartenbrunnen und die Bewässerungsanlage winterfest gemacht hat, braucht sich auch bei 20 Grad Minus keine Sorgen um seine Brunnen- und Bewässerungsanlage machen.

 


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