Brunnenbohrproblem Ton- und Lehmschichten von Hand durchbohren.

Brunnenbohrproblem Tonschichten und Lehmschichten von Hand durchbohren.

In einem anderen Beitrag habe ich über die Anfertigung eines Bohrkopfes mit einer scharfen Schneidkante zur Durchbohrung einer „Tonlinse“ berichtet.

Leider gibt es nur für die Brunnenrohrgröße DN 115 mit 125 mm Außendurchmesser, passende Stahl Konstruktionsrohre. Für die Größen DN 80, DN 100 und DN 125 konnte ich, trotz wochenlanger Suche, keine passende Rohrgröße finden.

Bohrkopf aus Stahlrohr 133 *3,6 *120 mm

Die Funktionsfähigkeit des stählernen Bohrkopfes wurde inzwischen beim Durchbohren einer 2,5 Meter dicken Tonlinse in Kombination mit einem 90 mm Riverside Bohrers eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Er überwand auch mehrere dicke Kieselsteine, die in dem Ton nahezu einzementiert waren. Außerdem verhinderte er erfolgreich die Beschädigung des Brunnenrohres durch den mindestens 50-maligen Einsatz eines schweren Fallmeißels zur Verdrängung der Steine.

Es ist bedauerlich, dass es diese Möglichkeit nur für DN 115 Rohre gibt.

Bei der Suche nach anderen Lösungsmöglichkeiten für dieses Brunnenbohrproblem bin ich aber dann doch noch auf einen Kompromiss gestoßen.

Rohr im Rohr-Lösung, Bohrkopf aus nächst größerem Brunnenrohr
Brunnenbohrproblem Rohr im Rohr Lösung

Statt den stählernen Bohrkopf habe ich einfach die nächst höhere Brunnenrohrgröße genommen und ein Stück DN 115 Rohr auf das DN 100 Rohr aufgesteckt, die beiden Rohre dick mit PVC Kleber bestrichen und zusätzlich, genau wie beim Stahlrohr, beide Rohre  mit 8 Gewindeschrauben verschraubt. Das funktioniert auch mit DN 125  und aufgestecktem DN 150 Brunnenrohren.

An die Rohrenden wurde dann wieder die 30 Grad Schneide angeschliffen. Zwar hält die Widerstandfähigkeit der Kunststoffschneiden vermutlich keinen Vergleich zu dem Stahl Bohrkopf aus und wird vermutlich im Ton eingeschlossene Steine nicht so einfach wegstecken.

Trotzdem erfüllt das aufgesteckte größere Brunnenrohr den gleichen Zweck wie der oben abgebildete Bohrkopf, nämlich ausstanzen des Tons und Erweiterung des Stanzloches auf den Durchmesser der nächsten Muffe des Brunnenrohres. Man sollte bei der Kunststoffschneide vielleicht besser 1-2 mm Rand stehen lassen.

Brunnenbohrproblem Schemadarstellung

Das erhöht sicher die Standzeit der Schneide.

Im Gegensatz zur optimalen Passform des Stahlkontruktionsrohres welches mit 125, 8 mm Innendurchmesser gerade mal so satt mit sanfter Gewalt auf das Brunnenrohr aufgeschoben werden kann, ist bei der Brunnenrohrlösung mehr Luft zwischen den Rohren.

Dieser Spalt muss dann halt durch satten Kleberauftrag ausgeglichen werden. Den sichersten Halt hat das aufgeschobene größere Brunnenrohr, wenn es so aufgeschoben wird, dass es direkt an die Gewindemuffe anstößt.

Zur Überwindung von Tonschichten bieten sich folgende Möglichkeiten zur Bewältigung des Brunnenbohrproblem an:

  • Grundsätzlich das Gewinde am unteren Rohrende abschneiden und an der Rohrinnenseite eine steile Schneidkante anschleifen. (ca 30 Grad). Wegen der Stabilität eine Kante von 1-2 mm stehen lassen. Das gilt auch für Glattwandrohre. Es bestehen gute Chancen, dass diese Rohre schon mit dieser Maßnahme bereits dein Brunnenbohrproblem löst. Auch sonst ist die Schneidkannte für ein leichteres Abtäufen von großem Vorteil.
  • Bei normalen Muffenrohren reicht das nicht aus, weil das Rohr an der folgenden Muffe wieder an der Tonschicht aufsteht. Da ist dann der Bohrkopf aus Stahl erforderlich, der dann das  Stanzloch erweitert und auch wesentlich widerstandsfähiger gegen Steine und die Schläge eines eventuellen notwendig werdenden Fallmeißeleinsatzes ist. Den gibt’s aber nur für DN 115 Rohre.
  • Für andere Rohrgrößen musst Du dann die oben beschriebene Lösung mit der nächsten aufgesteckten Brunnenrohrgröße wählen.

Den Stahl Bohrkopf für DN 115 Brunnenrohr erhältst Du bis auf Weiteres als Einzelanfertigung  hier.

Der versierte Heimwerker fertigt ihn selbst an, wie hier beschrieben.

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