Zur Ausführung einer Brunnenbohrung durch den Fachmann mit Hilfe eines Mantel- oder Schutzrohres gehört nach den Regeln des Brunnenbaus am Ende der Rohrstrecke ein Sumpfrohr mit einer Verschlusskappe.

Sumpfrohr am Ende der Brunnenrohrstrecke Diese Verfahrensweise macht auch gar keine großen Umstände. Die gesamte Rohrstrecke mit verschlossenen Sumpfrohr wird nach Fertigstellung der Bohrung ganz einfach in das Mantelrohr gestellt.

Dieses ist ja bis auf das darin stehende Grundwasser leer. Das Material im Inneren des Mantelrohres ist ja durch die Bohrschnecke und die Kiespumpe leergeräumt worden.

Die gesamte zusammengeschraubte Rohrstrecke mit Vollrohr, Filterrohr und Sumpfrohr kann also ohne Probleme in das Schutzrohr abgesenkt werden.

Anschließend wird der Ringraum, der freie Raum zwischen dem Brunnenrohr und dem Schutz- oder Mantelrohr, bis 1 Meter über die Filterstrecke hinaus mit Filterkies verfüllt.

Das Grundwasser kann jetzt nur noch durch die feinen Schlitze des Filterrohres eindringen, denn unten ist die Rohrstrecke ja verschlossen.

 

 

DiY Brunnenbohrung mit Handbohrer und Kiespumpe.

Bei der händischen Brunnenbohrung   durch den Heimwerker wird ja in der Regel kein Mantelrohr verwendet.

Bild von Rohrstreckemohne SumpfrohrDer Handbrunnenbohrer, sofern die richtige Größe verwendet wird, schafft  ein Bohrloch, welches ebenfalls eine Ringspalt von 2-3 Zentimetern um das später verwendete Brunnenrohr lässt.

Sobald aber die wasserführende Schicht erreicht ist, fällt diese Ringspalt weg und es ist somit kein Platz mehr zwischen Brunnennrohr und umgebenden Erdreich.

Man muss also dann im Inneren der zusammengeschraubten  Brunnenrohrstrecke mit Filterb ereich und Sumpfrohr am Ende, weiterbohren,(sofern man Lehm oder Ton antrifft) oder man muss im wässrigen Sand/Kiesbrei mit der Kiespumpe weiterarbeiten.

Diese Arbeitsweise setzt aber logischerweise voraus, dass das Brunnenrohr unten offen ist.

Will man diese Öffnung nach Abschluss der Bohrung, aus welchen Gründen auch immer, verschließen, muss man das von Innen tun.

Ein guter Grund kann zum Beispiel das zu  befürchtende Eindringen von Feinsand in das Brunnenrohr sein.

Bei unproblematischer Bodenzusammensetzung verzichtet man  nicht selten auf das Verschließen des Brunnenrohres und auf ein Sumpfrohr . Die Meinungen über die Notwendigkeit eines Verschlusses der unteren Brunnenrohröffnung  gehen auseinander.

 

Brunnenrohr verschließen oder lieber offen lassen?

Bei unproblematischen Böden mit normalem Sand oder Sand/Kies Gemisch kann man auch auf das Verschließen des unteren Rohrendes verzichten. Voraussetzung ist allerdings, dass die wasserführende Schicht nicht unter Spannung steht und deshalb das Wasser kräftig nach oben gedrückt wird. 

Das kann aber bei der obersten Grundwasser führenden Bodenschicht nicht der Fall sein. Anders sieht es dagegen aus, wenn bei der Brunnenbohrung eine abdichtende Schicht Gestein, Lehm oder Ton durchbrochen wird, und der darunter liegende Grundwasserleiter zwischen zwei dichten Schichten unter Spannung steht und deshalb das Wasser nach oben gedrückt wird.

Dann empfiehlt sich ein nachträglicher Verschluss des Rohres durch einen Sack mit Tonpellets oder eine Filterkiessack welche einfach nach Abschluss der Bohrung in das Brunnenrohr versenkt werden. 

Die Tonpellets verschließen die Öffnung dann sehr dicht. Der Filterkiessack läßt Wasser durch, hält aber den Feinsand fern. Beide Verfahren schließt man am besten noch durch eine Grobkiesschicht von 10 bis 20 cm Höhe ab, die den möglichen Auftrieb der Säckchen verhindern und sicherstellen, dass die Tonpellets sich nicht auflösen. Den Verschluss kann man sowohl am Ende der Filterstrecke, als auch im optionalen Sumpfrohr anbringen.

Ein weiterer Vorteil des offenen Brunnenrohres: Es kann mehr Wasser einströmen. Die Kapazität der Filterstrecke erhöht sich nicht unerheblich. Es ist deshalb gerade dann von Vorteil, wenn die Filterstrecke recht knapp bemessen und die Pumpe eine relativ hohe Fördermenge hat. Unproblematische Sandverhältnisse sind dazu natürlich Voraussetzung.

Alle Schachtbrunnen arbeiten ja ausschließlich nach dem Prinzip des von unten einströmenden Wassers.

Vor- und Nachteile eines abschließenden Sumpfrohres.

In den geschilderten unproblematischen Fällen ohne Feinsandprobleme kann man auf die Verwendung eines Sumpfrohres verzichten. Sollten die Pumpe tatsächlich Sandanteile beim Klarpumpen in größerem Maße ansaugen welche auf den Boden des Brunnenrohres absinken, ist es relativ egal, ob sich der Sand in einem Vollrohrstück,- und nichts anderes ist das Sumpfrohr- oder am unteren Ende der Filterstrecke absetzt.

Der Vorteil eines Verzichts auf ein Sumpfrohr liegt darin, dass man fast einen halben Meter tiefer kommt mit der Filterstrecke. Das kann bei schwierigen Bohrverhältnissen ein großer Vorteil sein, weil es Arbeit spart.

Viele Brunnenbohrer bauen statt eines -Sumpfrohres lieber eine Meter Filterrohr mehr ein. Da spielt es dann auch keine große Rolle, dass abgesunkener Sand dann vieleicht 20 cm der Filterrohrlänge wegnimmt. 

Der Vorteil eines Sumpfrohres besteht darin, dass es im Falle eines Feinsandproblems und der Verschließung durch einen Tonpelletssack  günstiger ist, diesen in einem Vollrohr zu platzieren.

Dadurch besteht keine  Gefahr, dass sich die Tonpellets durch das seitlich durch die Filterschlitze eindrückende Grundwasser auflösen können.

Einige wenige „Fachleute“ platzieren leider immer noch die Tiefbrunnenpumpe im Bereich eines Sumpfrohres. Diese Praxis möchte ich hier nicht kommentieren.

Ich selber habe hier bei uns in der Rheinebene nahezu ideale Kies und Sand Zusammensetzungen die bisher weder die Verwendung eines Sumpfrohres noch die Verschließung der Rohrstrecke nach unten erforderlich gemacht  hätten. Ich habe bisher immer DN 115 Rohr, 3 Meter Filterstrecke mit 0,3 mm Schlitzung verwendet und nicht nach unten verschlossen. Mein ältester Brunnen stammt aus 2004 und läuft seither ohne Probleme.

 

Das Bohren eines eigenen Brunnens beschreibt „Brunnenbohren – Das Handbuch „sehr ausführlich und Schritt für Schritt .

 

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