Die Herstellung eines Bohrkopfes für Brunnenrohre

Für die Herstellung eines Bohrkopfes zur Durchdringung von Ton- und Lehmschichten wird ein handelsübliches Konstruktionsrohr mit den Abmessungen 133*3,6*120 mm benötigt.

Die Länge des Rohres ist von untergeordneter Bedeutung, sie sollte mindestens 100 mm betragen.

Da diese Rohre nur in Längen von mindestens 500 Millimeter erhältlich sind, müssen sie halt auch entsprechend abgelängt werden.

 

Bohrwerkzeug Schneidkopf

Dazu reicht ein handelsüblicher Trennständer und ein 230 mm Trennschleifer ohne Modifizierung nicht aus. Das Rohr ist nämlich zu groß für den Schraubstock des Trennständers und kann daher nicht so platziert werden, dass ein rechtwinkliger Schnitt möglich wäre.

Ich habe aus diesem Grund eine größere Holzplatte mit einem senkrechten Anschlag von ca. 12 cm Höhe an der Vorderseite benutzt. Den vom Schraubstock befreiten Trennständer habe ich dann winkelgerecht ausgerichtet so an der Holzplatte festgeschraubt, dass das am vorderen Anschlag fixierte Rohrstück darunter passte.

Ein Längsanschlag am Anschlagbrett sorgt dann dafür, dass das beim Abtrennen mehrfach zu drehende Rohrstück immer an exakt der gleichen Stelle bearbeitet wird.

Das 230 mm Blatt ist nämlich nicht groß genug, um das Rohrstück in einem Durchgang zu durchtrennen. Bei einer neuen Trennscheibe muss das Rohr mindestens 3-mal ein Stück gedreht und erneut am Längsanschlag fixiert werden.

Eine andere Möglichkeit wäre natürlich, sich das Teil beim Schlosser in entsprechender Länge zuschneiden zu lassen, vor allen Dingen dann, wenn man für den Rest des Rohres keine Verwendung hat.

Die Kosten für 1000 mm Rohr für die Herstellung eines Bohrkopfes liegen zwischen 30 und 50 Euro. Der Schlosser verlangt für den Schnitt natürlich auch Geld, so dass der, letztlich für das fertige Rohrstück zu bezahlende Preis, nicht viel günstiger ausfallen wird.

Günstiger wäre dann natürlich ein Schrottplatz und wie bereits angesprochen, kommt es auf die Länge des Stücks eigentlich nicht an. Wichtig sind nur die genauen Rohr Maße von 133 mm Außendurchmesser bei einer Wandstärke von 3,6 mm. Sonst passt das Rohr nicht auf das DN 115 Brunnenrohr mit einem Außendurchmesser von 125 mm.

Herstellung eines Bohrkopfes4

Auf einer Seite des Rohrstückes wird nun an der Innenseite eine Fase angeschliffen, so dass an der Rohraußenkante ein scharfer Schneidrand entsteht. Der Winkel der Schneidkante sollte deutlich kleiner als 40 Grad sein, um seine Funktion als große Stanze zu erfüllen. Anschließend wird das Rohrstück auf das Brunnenrohr gesteckt und mit einer Raspel oder Schleifwalze die Kontur des PVC-U Rohres an die Schleiffläche am Stahlrohr angepasst.

Herstellung eines Bohrkopfes 3

Der Bohrkopf wird mit 8-10 Schrauben M 8  die auf zwei Etagen rings um das Rohr verteilt sind, mit dem Brunnenrohr verschraubt.

Dabei ist natürlich darauf zu achten, dass die Schrauben nicht ins Rohrinnere ragen. Es genügt, das Gewinde nicht ganz durch das Kunststoffbrunnenrohr zu führen. Das Brunnenrohr erfüllt dann die Funktion einer Schraubensicherung. Anschließend sind die Schrauben an der Außenseite des Rohres abzutrennen, gegebenenfalls mit einigen Körnerpunkten noch zusätzlich zu sichern und glatt zu schleifen.

Herstellung eines Bohrkopfes 2
Bohrkopf auf Sumpfrohr aufgeschraubt.

Nach der bauseitigen Montage könnten noch mit dem Winkelschleifer ein paar Sägezähne in das Stahlrohr eingekerbt werden. Dies macht natürlich nur Sinn, wenn die Platzverhältnisse vor Ort so sind, dass das Brunnenrohr trotz der Klemmung für die Auflast noch gedreht werden kann.

Herstellung eines Bohrkopfes

Wenn die Herstellung eines Bohrkopfes beendet ist wird er auf das Brunnenrohr aufgeschoben. Beim Filterrohr bilden die letzten Schlitzreihen quasi eine Sollbruchstelle die durch den stählernen Bohrkopf gesichert werden könnte.

Beim Einsatz eines Fallmeißels könnte dies von entscheidender Bedeutung sein, denn die zweite Funktion des Bohrkopfes ist eben auch, Schäden durch seitliche Schläge des Fallmeißels beim Auftreffen auf ein Hindernis zu vermeiden.

Wenn der Schneidkopf auf ein Vollrohr oder Sumpfrohr montiert wird, genügt die Mindestlänge von 100 mm. Die ersten 3 Prototypen habe ich noch in der Länge von 150 mm gefertigt, was mir heute nicht mehr notwendig erscheint.

Das Anschleifen der Phase an der Innenseite des Stahlrohres ist nicht ganz einfach und sollte mit einer schon etwas abgenutzten Schruppscheibe eines 125 mm Trennschleifers vorgenommen werden.

Die Anpassung des Brunnenrohres an die Schleifkante ist mit einer Schleifwalze vergleichsweise einfach herzustellen.

Der Gesamtarbeitsaufwand ohne Vorbereitung der Geräte beträgt bei der Herstellung eines Bohrkopfes etwa 1,5 -2 Arbeitsstunden.

Das Problem ist halt, Du weißt nicht vorher, ob Du den Schneidkopf  brauchst oder nicht.

Auf jeden Fall erleichtert der scharfe Schneidkopf auch das Abtäufen durch ganz normalen Boden.

Und wenn die Bohrung erst auf einer Tonlinse zum Stehen gekommen ist, muss in der Regel erst mal das ganze Rohr gezogen werden. Dann fallen zu den Kosten für das Stahlrohr auch  die Arbeitszeit für das Ziehen und wieder Eintäufen des Brunnenrohrs an.

Im vergangenen Oktober hat so ein Ding aber 3 Brunnenbohrungen gerettet, und ein kaputtes Rohr ziehen ist dann halt dann doppelte und dreifache Arbeit.

Wer sich die Arbeit nicht machen will, bestellt einfach einen fertigen Schneidschuh, welcher dann nicht mehr bauseits angeschliffen und angepasst werden muss. Er wird nur noch auf das Sumpfrohr aufgesteckt und verschraubt.

 

Schneidschuh für DN 115 Brunnenrohr

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Das Bohren eines eigenen Brunnens beschreibt „Brunnen bohren – Das Handbuch“ sehr ausführlich und Schritt für Schritt, sodass am Ende der Lektüre eine sichere Entscheidung möglich ist, ob „Selberbohren“ Sinn macht

„Brunnen bohren Das Handbuch“

Inhalt des Ratgebers  ist unter Anderem auch die ausführliche Beschreibung aller für den Brunnenbau erforderlichen Spezialwerkzeuge, Brunnenbauzubehör, Pumpen, Brunnenrohr  und sonstigem Installationsmaterial. Aufgrund dieser sehr detaillierten Beschreibungen kann man dann auch das Angebot des Brunnenbauers in allen Punkten richtig beurteilen und einordnen.

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