Diese Versprechungen stimmen mit der Wirklichkeit eigentlich nie überein. Angaben wie  Maximalförderhöhe 99 Meter, Maximaldruck 9 bar und 6000 Liter /m³ sind keine Seltenheit. Gerade bei Anbietern aus Fernost.

Eine Tiefbrunnenpumpe läuft solange mit Maximaldruck bis sie von einem Elektronischen Druckregeler an der Leistungsgrenze abgeschaltet wird. Die Leistung einer Pumpe kann nur mit einem mechanischen Druckschalter dessen Endpunkt im Gegensatz zum elektronischen Druckschalter herabgeregelt werden kann, gedrosselt werden. Dies ist zum Beispiel beim Freipumpen eines neuen Brunnens sehr hilfreich.

Die tatsächliche Pumpenleistung an der Zapfstelle oder am Sprenger liegt aber immer ganz wesentlich unter der in der Beschreibung angegebenen Pumpenleistung, oft bei lediglich einem Drittel der angegebenen Maximalleistung. 

Eine mit 6000l/min und 6,5 bar angegebene Neptun Inox bringt aus 11 m Förderhöhe und nach 20 Meter verlegtem 3/4 Zoll Schlauch mit offenem Ende gerade mal noch 3000 l/h Pumpenleistung. Beim Einsatz einer Spritzdüse oder eines Sprengers reduziert sich die Wassermenge logischerweise nochmals drastisch.

Dieser verminderten tatsächlichen Pumpenleistung liegt der folgende, stark vereinfachte Sachverhalt zu Grunde.

Die angegebenen Maximalleistungen hinsichtlich Druck und Literleistung beziehen sich immer auf den theoretischen Nullpunkt der Brunnenpumpen. Dieser befindet sich unmittelbar an der Austrittsöffnung der Pumpe bei unvermindertem Querschnitt und  geschlossenem Ventil. Also in 0 Meter Förderhöhe.

Bei Maximaler Förderhöhe von z. B. 99 Meter liegen 0 bar Druck und eine Fördermenge von 0 Litern an. Bei Reduzierung des Leitungsquerschnittes, wie er in einem Wasserverteilungsnetz üblich ist, wird dieser Nullpunkt noch viel früher erreicht.

Dazwischen liegt die Wirklichkeit der Pumpenleistung.

Seriöse Anbieter drucken in der Bedienungsanleitung und den technischen Daten die Kennlinie  der Brunnenpumpen ab und aus dieser ergeben sich dann je nach Betriebsbedingung die tatsächlichen Werte, die man an der Zapfstelle erwarten kann.

Eine sehr verständliche Erläuterung der Pumpenkennlinie und der Pumpenleistung  finden Sie hier.

Die meisten Verbraucher wie Rasensprenger, Sprühregner und Segmentregner funktionieren zwar schon ab einem Wasserdruck von ca. 2 bar.

Richtig leistungsfähige Regner erdordern aber dann schon einen Wasserdruck von 4 bis 5,5 bar und verbrauchen unter diesem Druck eine durch Düsengröße und Wurfweite definierte Wassermenge, können also eine bestimmte Fläche beregnen.

Ursachen des Druckverlustes einer Tiefbrunnenpumpe.

Wenn nun eine bestimmte Brunnenpumpe einen Maximaldruck von 6,5 bar erreichen kann und in einer Tiefe von 10 Metern hängt, tritt ein Druckverlust bei unverändertem Querschnitt des Druckrohres an der Rasenkante von 1 bar auf.

Durch verschiedenen Faktoren wie: Reduzierung des Leitungssquerschnitts, Biegungen Winkel und Ventilverluste kommen nochmals grob gerechnet 1 bar Duckverlust hinzu. Sind mehrere Verbraucher gleichzeitig zu bedienen, reduziert sich der Druck nochmals um eine berechenbare Größe pro Verbraucher. 

So kommen von den theoretisch erreichbaren 6,5 bar Druck meist deutlich unter 4,5 bar als Pumpenleistung am Verbraucher an.

Deshalb kann aus der Angabe des maximalen Pumpendruckes direkt auf die maximale Förderhöhe geschlossen  werden und umgekehrt. Der maximale am Pumpenausgang gemessene Druck sinkt pro Meter Förderhöhe um 0,1 bar. Wenn eine Pumpe also einen Maximaldruck von 10 bar hat, ist die maximale Förderhöhe eben 100 Meter. Dort blubbert das Wasserdann gerade noch über den Rand des Leitungsendes.

Ähnlich verhält es sich mit der Literleistung pro Stunde die sich je nach Förderhöhe drastisch reduziert und nur selten über der Hälfte der angegebenen maximalen Pumpenleistung liegen dürfte.

Diese Zusammenhänge sollte man daher bei der Auswahl der Brunnenpumpe berücksichtigen und eher etwas größer dimensionieren.

 

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