Das E-bike oder Pedelec  als Bindeglieder zwischen Fahrrad und Kraftfahrzeug, ist das umweltverträgliche und energiesparende Verkehrsmittel für alle. Als kostengünstige Alternative für das Auto im Stadtverkehr ist es längst etabliert. E-bike mit MittelmotorUmgangssprachlich hat sich für Pedelecs die Bezeichnung E-Bike eingebürgert, was aber eigentlich falsch ist, dazu aber später mehr. E-bikes sind das einstige Image des Reha- und Seniorenfahrrads längst losgeworden. Gerade wenn der Weg zur Arbeit für das normale Fahrrad, zu lang zu unbequem und zu kräftezehrend ist, werden“ E-Bikes“ immer häufiger eingesetzt.

Für uns Senioren ist das E-Bike zur Erhaltung der Mobilität und als Ersatz für das, wegen eventueller körperlicher Einschränkungen, nicht mehr in vollem Umfang  nutzbare Fahrrad geradezu ideal. Die Tatsache, dass das E-Bike, welches eigentlich ein Pedelec ist, nur mit Pedalbewegung funktioniert, macht es auch als therapeutisches Trainingsgerät sehr attraktiv. Die Motorunterstützung macht darüber hinaus weitere und beschwerlichere Wege möglich und lässt uns wie bisher, trotz körperlicher Einschränkungen, weiterhin am sozialen und kulturellen Leben teilhaben und erhöht somit die Mobilität ganz beträchtlich. Für den gesunden älteren Menschen ist es einfach auch ein wunderbares Verkehrsmittel, das ganz andere Möglichkeiten eröffnet, als das normale Fahrrad. Es macht einfach Spaß, durch die freie Natur zu radeln, ohne sich die Seele aus dem Leib strampeln zu müssen.

E-bike ist aber nicht gleich E-bike

Einige Fragen in Bezug auf die individuellen Anforderungen und die Eigenschaften des Pedelec sollte gerade der ältere Mensch schon im Vorfeld einer Anschaffung klären.

  • Welche der unterschiedlichen Antriebsvarianten ist für den individuellen Bedarf der beste?
  • Welche Strecken möchte ich mit meinem E-bike fahren ? Eben, hügelig ?
  • Wie groß muss die Reichweite sein?
  • Muss ich mein E-Bike eventuell in den Keller tragen oder kann ich ebenerdig in die Garage fahren? (abnehmbarer Accu) Ein E-Bike wiegt leicht das Doppelte eines normalen Fahrrades.
  • Welche Rahmengröße sollte es haben? Wie wird diese gemessen?

Sie sehen, das sind alles Fragen, die nicht an der Kasse des Discounters oder Baumarktes geklärt werden können. Eine fachlich versierte Beratung beim Fahrradhändler ist eigentlich unverzichtbar. All zu leicht stellt sich das billige Schnäppchen dann bald als teure Fehlinvestition raus. In der Regel sind vormontierte Discounterschnäppchen zum Preis eines vernünftigen Accus beim Fachhändler eben doch keine gute Geldanlage. Qualität hat ihren Preis und eine gute Beratung kostet halt auch Zeit und Geld.

Ich kann wirklich nur dringend davon abraten, ein E-bike ohne Beratung, Probefahrt und Anpassung, an der Baumarktkasse zu kaufen.

Berücksichtigen sollte man auch, dass gerade die elektronische Steuerung des Elektromotors kompliziert ist. Ein Pedelec oder E-bike kann nicht mehr selbst in der Garage mit einem Heimwerkerwerkzeugsatz gewartet werden. Die auf Sensoren basierende Motorsteuerung erfordern teure Mess- und Einstellinstrumente. Wenn also etwas nicht mehr funktioniert, erhalten Sie vielleicht noch an der Aldi-Kasse eine Service Adresse. Damit hat sich s aber dann mit dem Service.

Ganz anders dagegen beim Händler Ihres Vertrauens, der direkt repariert oder wartet, ohne dass man das E-Bike einschicken muss.

Um das für den persönlichen Bedarf richtige Pedelec zu finden möchte ich mal 3 Szenarien oder Anforderungsprofile näher beleuchten.

  • Sie fahren vorwiegend kurze Strecken in der Stadt oder auch mittellange Strecken in der Umgebung. Die Fahrtstrecke ist meist eben bis leicht hügelig und Ihr Pedelec müssen Sie stets in den Keller tragen. Sie haben Probleme mit den Knien oder der Hüfte. Sie sind nicht so ganz geübt als Radfahrer.

E-bike mit Nabenmotor_vorneVorderradmotor in der Radnabe

Für Sie käme auch ein eher preiswertes Pedelec mit einfachem und unkompliziertem Vorderradmotor in Frage. Aufgrund der meist kurzen Strecken muss es auch kein schwerer , weitreichender Accu sein. Ein kleinerer Accu spart Gewicht, das Pedelec ist weil leichter auch günstiger für den Treppentransport. Für leichte bis mittlere Hügelstrecken ist die Motorleistung  ausreichend. Die Dauernennleistung des Vorderradmotors von 250 Watt ist ausreichend. Der Durchschnittsradler leistet nur etwa 100 Watt durch Muskelarbeit. Sie sollten als weniger geübter Fahrer auf eine hochwertige Steuerelektronik achten. Billige Einzelsensoren, die nur die Tretbewegung, aber nicht den Kraftaufwand und die Geschwindigkeit erfassen, sind oft ungenau und beschleunigen auch manchmal das Rad ohne Ihr bewusstes Zutun. Manchmal setzt der Motor auch erst nach einer Verzögerung von einer Sekunde hart und ruppig ein. Gerade dieses Verhalten können Sie nur bei einer ausgiebigen Probefahrt feststellen.  Da kann es gerade bei Kurvenfahrten schnell zu unliebsamen Geschwindigkeitsschüben kommen. Das kann dann auch zum Sturz führen. Sie sollten unbedingt auf einen individuell angepassten Rahmen und gut verstellbare Sattel- und Lenkerposition achten. Gerade bei Schäden am Bewegungsapparat kommt es auf eine sehr genaue Anpassung von Rahmengröße und Sitzposition an. Sonst kann das Pedelec-Fahren ihre Körperliche Verfassung auch beeinträchtigen.

  • Sie sind eher intensiver Radfahrer, fahren auch mal gerne in die Berge, auch zusammen mit anderen Radlern, die leistungsfähiger sind und lieben ausgedehnte Radtouren und längere Strecken. Ihr Pedelec können Sie bequem und ebenerdig in einer Garage unterbinden.

E-bike mit MittelmotorMittelmotor mit Kettenschaltung

In diesem Fall würde ich Ihnen zu einem E-bike mit dem Mittelmotor raten. Damit sind sie auch für anspruchsvollere Strecken bestens gerüstet. Die Übersetzung der Motorkraft durch die Kette oder den Antriebsriemen auf das Hinterrad bringt gerade bei häufigeren Bergfahrten doch deutliche Vorteile gegenüber dem Vorderradmotor. Wenn dann der Accu noch im Rahmenzentrum am Sattelrohr oder Unterrohr angebracht ist die Schwerpunktverteilung optimal. Dies ist auch für den Transport von Vorteil. In Kombination mit einem weitreichenden Accu deckt das Mittelmotormodell wohl am besten das gehobene Anforderungsprofil eines Vielfahrers ab. Damit ist es auch ein ideales E-bike für uns Senioren. Natürlich gilt auch hier: Hochwertige Sensoren sorgen für eine ruckfreie Fahrt mit weichen Übergängen. Selbstverständlich muss gerade ein so hochwertiges und komfortables Model genauestens der Fahrerin oder dem Fahrer hinsichtlich Größe und Sitzposition angepasst werden. Selbstverständlich schließen die Eigenschaften des Mittelmotormodells die an das Vorderradmodel gestellten Anforderungen mit ein. Dafür müssen Sie aber auch etwas tiefer in die Tasche greifen.

  • Sie sind eher der leistungsfähige sportliche Radfahrer und fahren gerne mit Ihrem Mountainbike auch auf bergigen Wegen. Das eventuell nötige Tragen Ihres E-Bike über Treppen bereitet Ihnen keine Schwierigkeiten. Sie fahren gerne lange Strecken, benötigen also eine große Reichweite des Accus.

E-bike 2E-Bike Hinterradmotor 30 Gang Kettenschaltung

Für den anspruchsvollen Sportfahrer, der sich auch gerne mal mit seinem Moutainbike im bergigen Gelände austobt ist ein Pedelec mit Hinterradmotor das geignete Fahrzeug. Es gibt jetzt Modelle die mit einer 30 Gang Kettenschaltung kombiniert sind Allerdings ist das Pedelec dann schon etwas hinterlastig, was aber im Hinblick auf die Griffigkeit im Gelände eher ein Vorteil ist. Hinsichtlich der optimalen Abmessungen des Rahmens und der Anpassung der Sitzposition erübrigen sich alle diesbezüglichen Hinweise. In dieser semiprofessionellen Klasse sind sie selbstverständlich. Klar dass der Griff in den Geldbeutel jetzt noch etwas tiefer ausfällt.


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