Feinsand Filter einbauen-Saugstrecke mit Feinsandfilter selbst herstellen

Die große Mehrheit der Brunnenbohrer-Heimwerker findet auf ihren Grundstücken Mittelsand, Grobsand oder gar Kies vor. Mittelsand beginnt bei 0,2 mm und endet als Grobsand bei 2mm. Ab 2 mm beginnt dann laut DIN Definition der Kies.

In diesem Größenbereich der Sandkörner wird es bei Verwendung von 0,3 mm Filterstrecken keine Probleme geben. Die Durchmischung des Sandes bewirkt, dass sich die Sandkörnchen größer als 0,3 mm vor die Schlitze legen. Anfangs schmuggeln sich noch die kleineren Teilchen durch. Deshalb ist es ja erforderlich den Brunnen von diesen kleinen Substanzen frei zu spülen. Mit der Zeit ist dann für die Winzlinge kein Durchkommen mehr und der Brunnen ist weitgehend sandfrei.

Völlig sandfreie Brunnen gibt es aber nicht, selbst in der Hauswasserleitung befinden sich ganz geringe Sandmengen.

Feinsand im Brunnen

Pech hat der Brunnenfreund der Feinsand von 0,053 bis 0,2 mm Korngröße antrifft. Der kommt dann mit einem 0,3 mm Filterrohr nicht mehr klar. Noch schlimmer wird’s,  wenn er Schluff, welcher kleiner als 0,053 mm und mit dem bloßen Auge nicht mehr als Sand zu erkennen ist, antrifft.

Feinsand in den Griff bekommen.

Ab Feinsand ist dann ein entsprechender Feinsandfilter erforderlich der dann noch Teilchen von 0,08 mm Größe zurückhält.

Wer also seinen Brunnen mit dem 0,3 mm Filterrohr niedergebracht hat, und der Feinsand rauscht auch noch nach stundenlangem Freispülen durch, (sofern die Pumpe den Sandanfall überhaupt überstanden hat) benötigt einen Feinsandfilter.

Sofern er mindesten ein Brunnenrohr der Größe DN 115 verwendet hat, kann er nachträglich noch eine Feinsandfilterstrecke DN 80 einbauen. Die passt in das größere Brunnenrohr noch gut rein.

Das größere DN 115 Brunnenrohr fungiert dann als Mantel- oder Schutzrohr, in welches die kleinere Feinsandfilterstrecke mit Abstandhaltern hineingestellt wird,

Die Maße der Feinsandfilterrohrstrecke entsprechen dabei den Maßen der DN 115 Rohrstrecke. Gegebenenfalls kann wegen der besseren Wasserdurchlässigkeit der Feinsandfilter auf 1 m Filterstrecke verzichtet und durch Vollrohr ergänzt werden.

Je nach Anbieter und Fabrikat kostet ein 1 Feinsandfilter zwischen 45 und 90 Euro.

Direkt mit der Kiespumpe einplunschen kann man den Feinsandfilter ja nicht, die feine Struktur würde beschädigt, verstopft oder durch die Reibung mit der Bohrumgebung ganz vom Filterkörper abgerissen.

Wer mit dem Pumpenkauf noch gewartet hat, legt sich nun halt eine 3 Zoll Pumpe zu, die vorsorglich sehr sandresistent sein sollte.

Das sind natürliche nicht unerheblich Mehrkosten, aber damit ist in fast allen Fällen der Brunnen noch zu retten.

Bei Grundwasserständen bis zu 7 Meter könnte diese Methode von Thomas Funkenberg beim Einsatz eines Hauswasserwerkes eingesetzt werden.

Wenn der Grundwasserstand nicht tiefer als 7 Meter ist, bestünde ja grundsätzlich die Möglichkeit, ein Hauswasserwerk einzusetzen, was aber das Feinsandproblem nicht beseitigt, da der Filterkorb, genau wie die Schlagfilterspitzen beim reinen Schlagbrunnen, ein Filternetz von 0,5 mm hat.

In diesem Fall könnte man dann aber den Saugschlauch des Hauswasserwerkes durch eine selbstgebaute Feinsandfilterstrecke aus DN 50 Filterrohr und einem 32 er PE Druckrohr austauschen.

Von DN 50 an abwärts gibt es nämlich Filterrohre mit 0,2 mm Schlitzung. Außerdem stünden ja auch Feinsandgewebefilter 0,14 mm Schlitzung (Fa.Erdbohrer) oder Feinsand-HDPE Filter mit 0,08 mm „Fa. Lotze Wassertechnik“ zur Verfügung.

Daraus könnte man eine noch effektivere „Saugstrecke“ bauen, ohne DN 50 Vollrohr nur mit DN 32 PE Druckrohr. Selbstverständlich müssen die ausgeführten Verschraubungen an der HWW Seite absolut wasserdicht hergestellt werden, denn aus der Druckleitung wird ja jetzt eine Saugleitung. Bodenkappe und untere Verschraubung benötigen diese Abdichtung nicht, die hängen ja im Grundwasser.

Die nachfolgenden Bilder zeigen die Einzelheiten, der von Brunnenbaufreund „Thomas“ hergestellten Verbindung von DB 50 Feinsandfilter und Hauswasserwerk. So hat er sein Feinsandfilterproblem gelöst. Thomas hat sich mit einem normalen Filter von 0,2 mm begnügt, da shat für seine Sandverhältnisse ausgereicht.

Die normale Filterstrecke könnte jetzt aber auch gegen die beiden oben genannten Feinsandfilter von 0,14 oder 0,08 ausgetauscht werden. Die Verbindungsmethode mit entsprechenden Adapterstücken ist die Gleiche. 

Feinsandfilter

Die Filterstrecke wird unten mit einer Abschlußkappe versehen und ein selbstgefertigter Abstandshalter wird angebracht. So bleibt der Ringraum zum äußeren Rohr erhalten.

Feinsandfilterverschraubung

Feinfilter und DN 32 PE Rohr werden mittels Adapterstück verschraubt. Achtung, auf die Gewindeart achten. Feingewinde.

Feinsandfilter

Fotos von Thomas Funkenberg

Am anderen Ende der PE Leitung wird das Hauswasserwerk absolut wasserdicht angeschlossen.  Beim Einsatz der Gewebefeinsandfilter von Erdbohrer wird in den meisten Fällen 1Meter Filterstrecke genügen, da diese Filterart ja bis zu 5000 Liter/h durchlässt (theoretischer Wert) und damit wesentlich ergiebiger ist als ein DN 115 Filter mit 0,3 mm Schlitzung.

Du willst genau wissen wie man einen Brunnen von Hand bohrt, was man dazu an Werkzeugen und Ausrüstung braucht und was das alles kostet ? Dann solltest Du mal einen Blick auf das Handbuch für Brunnenbohrer werfen.

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