Was hat es mit der Filterkiesschüttung auf sich, wie funktioniert diese und wie baut man sie ein? Das ist die Frage die viele Brunnenbohrer beschäftigt, und die gerade in der vergangenen Hoch-Zeit, während der katastrophalen Dürre, von vielen Brunnenbauern gestellt wurde.

Funktion der Filterkiesschüttung.

Filterkiessschüttung Körnung 0,4 bis 0,8 mm

Bild einer FilterkiesschüttungNormalerweise haben die Filterrohre des Bohrbrunnens die Funktion den Sand am Eindringen in das Brunnenrohr zu hindern. Je nach Zusammensetzung des Bohrgrundes wendet man ja verschiedene Schlitzweiten an, von 0,2 mm bei geringen Brunnenrohrdurchmessern von DN 50 unf daruntet,  bis zu 1 mm und mehr bei größeren Rohrdimmensionen. Während des Anfahrens des Brunnens drängen große und kleinere Sandkörner gegen das Filterrohr.

Die kleineren von Ihnen zwängen sich zwischen den größeren in Richtung Rohrinneres durch und passieren die feinen Schlitze, sofern sie kleiner als diese sind.

Mit der Zeit bildet sich dann eine Sandmischung vor den Rohren die dann das Durchschlüpfen der kleineren Sandkörnchen und Schwebeteilchen verhindert, durch die Durchmischung von größeren mit kleineren Steinchen dann aber auch die mögliche Durchflussmenge vermindert.

Durch das Einbringen einer Kiesschüttung die auf die verwendete Schlitzweite abgestimmt ist, soll eine gröbere Filtersandschicht die Verminderung der Durchflussmenge durch eine homogenere Mischung von Fein- und Grobsand unmittelbar vor den Filterschlitzen verhindern. Die Körnung derFilterkiesschüttung umfasst dann die 1,5 bis 4 fache Größe der Schlitzweite des verwendeten Filterrohres. Bei 0,3 mm Schlitzen entspricht das dann einer Korngröße von 4,5 bis 1.2 Millimeter. Ohne Feinsandanteile versteht sich

Man kann sich diese Wirkung gut vorstellen wenn man die Füllung von Teichfiltern mit immer gröber werdenden Schaumstoffmatten betrachtet. Die Filterkiesschüttung wirkt in ähnlicher Weise.

Einbau einer Filterkiesschüttung


Bohrung mit Filterkiesschüttung

Die Filterkiesschüttung kann natürlich nur wirken wenn sie die Filterrohre in einer gewissen Dicke umschließt. Der professionelle Brunnenbauer bohrt ja mit einem Mantel- oder Bohrrohr aus Metall mit einem Durchmesser von ca. 20 bis 25 cm bis zur endgültigen Ausbautiefe des Bohrbrunnens. Diese an der Unterseite mit Schneidezähnen bestückte Hohlrohr wird, meist hydraulisch nach unten eingedreht. 

Das im Inneren des Bohrrohres stehende Bodenmaterial wird mit einer Endlosspindel  und später bei Erreichen der wasserführenden Schicht mit einer Kiespumpe vollständig ausgeräumt.

Zum Schluss steht dann nur noch durch das von unten eindringende Grundwasser im Bohrrohr.

In dieses wassergefüllte Rohr wird dann die aus Vollrohr und Filterstrecke bestehende Rohrstrecke hineingestellt. Diese wurde zuvor aufgrund des vorgefundenen Bohrmaterials (Schichtenverzeichnis) berechnet und zusammengeschraubt. An der Rohrunterseite wird zuvor der Verschlußdeckel angebacht.

Das gesamte Brunnenrohr wird dabei mit Hilfe von zuvor aufgesteckten Abstandshaltern im Bohrrohr zentriert und 

der Ringraum um die Filterstrecke mit der Filterkiesschüttung verfüllt.

Der Rest um den Vollrohrteil wird mit billigerem Sand aufgefüllt. Wie Du aus der Schilderung des Einbauvorganges erkennen kannst, funktioniert eine Filterkiesschüttung nur bei Verwendung eines Mantel oder Schutzrohres.

 

 

Brunnenrohr eingeplunscht, ohne Filterkiesschüttung

Wenn Du dein Brunnenrohr ganz normal in Heimwerkerart einplunschst, steht die Filkterstrecke ja tief im wasserführendden Sand- und Kiesbrei. Die Filterkiesschüttung würde also gar nicht an die Filterstrecke herankommen und wäre deshalb völlig nutzlos – es sei denn, du hast zuvor ein großes KG Rohr mit Schlitzung eingeplunscht und lässt es als verlorenes Mantelrohr einfach stehen.

Der Einbau einer Filterkiesschüttung ist beim professionellen Brunnenbau handwerklicher Standart beim Hobbybohrer, nicht zuletzt auch aufgrund der kontrovers geführten Diskussion  über die Wirksamkeit, wohl eher die Ausnahme. Der Auffassung, dass eine richtig berechnete Filterstrecke die Filterkiesschüttung entbehrlich erscheinen lässt, kann man wohl kaum entgegentreten.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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