Teil 1 – Mein Brunnenprojekt

 

Natürlich hatte ich mich zuvor im Bekanntenkreis und im Internet umgehört und war dabei auf die Homepage von Uwe Rosenberger http://www.uwe-rosenberger.de/ gestoßen. Für mich der nicht kommerzielle Brunnenbaufachmann in unserem Raum. Von Uwe Rosenber­ger erhielt ich zu jedem Zeitpunkt meines Projektes immer den richtigen Rat. Nur mit den Zeichnungen von Kiespumpe und Brunnenbohrer und seinen immer wieder bereitwillig er­teilten Auskünften, konnte ich mir vor Beginn der eigentlichen Arbeiten die nötigen Spezial­werkzeuge selber anfertigen.

Kiespumpe und Brunnenbohrer haben bestimmt schon bei 10 weiteren handgebohrten Brunnen gute Dienste geleistet.

Klar, beides hätte ich auch kaufen können, Hätte dafür bei diversen Online-shops sicher noch keine 200 Euro ausgeben müssen. Und nach Gebrauch kann man das Gerät schließlich wieder weiterverkaufen. Man will ja nicht immer wieder einen neuen Brunnen im Garten bohren.

Den Brunnenbohrer kann man aber gut als Erdbohrer zum Setzen von Zaunpfählen immer wieder brauchen.

Mieten kam nicht in Frage. Es war mir von vorne rein klar, dass die Arbeiten als ungeübter Freizeitbohrer einige Wochen dauern würden und da wäre mieten teurer als kaufen gewe­sen. Und irgendwie wollte ich meinen eigenen Brunnen auch ganz aus eigener Kraft fertig­stellen und zwar von Anfang an. Insofern war auch der Weg das Ziel.

Wenn man so im Internet in den verschiedenen Brunnenbau- und Heimwerkerforen unter­wegs ist, stößt man schon gelegentlich auf ähnliche Geschichten. Manche enden dann auch ganz dramatisch mit der völligen Aufgabe des Planes oder aber mit der Beauftragung einer professionellen Brunnenbaufirma. Manche Leute haben dann wochenlang Arbeits­kraft und deutlich vierstellige Summen für am Ende „Nichts“ ausgegeben.

Aber ich wollte es halt mit aller Gewalt wissen. Los geht’s.

Für knapp 25 Euro habe ich mir das Material vom Schrottplatz besorgt und mit einigen zu­gekauften Kleinteilen aus dem Bauhaus Bohrer und Kiespumpe gebaut. Gesamtkosten 55.-Euro. Ein paar Tage vor dem Eintreffen der Genehmigung war das benötigte Werk­zeug fertiggestellt. Wie sich im Verlauf der Arbeiten dann aber herausstellte, musste ich an der Kiespumpe einiges nachbessern. Ich hatte nämlich als gelernter Maschinenbauer den Ehrgeiz, den Entwurf von Uwe Rosenberger in einigen Details zu verbessern und habe da­bei ganz einfach zu genau gearbeitet. Jedenfalls was die Variante 1 seiner Kiespumpen­bauanleitung betrifft.

Beim Einsatz der Kiespumpe in der Erd-Sand und Kiespumpe braucht es eben eine grö­ßere Toleranz beim Kolben und dessen Führungen, sonst geht infolge der Verschmutzun­gen in kurzer Zeit gar nichts mehr. Also 5 mm geringerer Durchmesser des Kolbens als der Innendurchmesser des Kiespumpenrohres müssen schon sein.

Wenn als Kolbenstange ein 12 mm Rundeisen verwendet wird, und die Pumpe nach oben durch einen Stahldeckel verschlossen ist, (nach Uwe Rosenbergs Plan für Kiespumpe Nr. 1) sollte die Bohrung für die Kolbenstange auch mindestens 2 mm größer gewählt werden. Sonst klemmt der Kolben sehr rasch und die Kiespumpe wird dann zum wesentlich schlechter wirkenden Plunscher, also zur Kiespumpe ohne Kolben.

Beim Plunscher/Kiesbüchse wird der Sog, der den Sand/Kies ins Innere der Büchse zieht, ja nur durch das Hochreisen der gesamten Büchse erzeugt. Das ist natürlich wesentlich mühsamer als nur am Kolben der Kiespumpe zu ziehen.

Kleine Materialkunde

Oft hört man von angeblich hervorragend funktionierenden Brunnen, die mit herkömmli­chem Abwasserrohr hergestellt wurden. Der Grund warum oftmals Gelegenheitsbrunnen­bohrer wie ich, anstelle des professionellen blauen Brunnenrohrs, das altbekannte braune KG Rohr verwenden, liegt auf der Hand. Der Meter DN 100 KG Rohr kostet gerade mal 2,50 Euro, das von der Größe her vergleichbare Brunnenrohr DN 100 (4Zoll) ist mit knapp 15 Euro halt sechsmal teurer. Hinzu kommt dann noch beim Brunnenrohr die nötige Filter­strecke von ca. 3 Metern für rund 23 Euro pro Meter. Bei 15 Metern Bohrtiefe wären das dann insgesamt ca. 250 Euro für das Brunnenrohr.

Beim KG Rohr sind das dann lediglich 37,50 Euro für 15 Meter Rohr. Die Schlitze in der Filterstrecke werden ja selbst mit der Feinsäge oder einem Winkelschleifer mit dünner Trennscheibe hergestellt, also praktisch kostenlos.

Neuerdings gibt es aber auch Filterrohre mit 0,5 mm Schlitzbreite für normale KG Rohre für ca. 10 bis 13 Euro pro Meter für die Größen DN 100 und DN 125

Hier die Produktbeschreibung von www.erdbohrer.de

„KG Rohr Filter DN 125 x 3,2, Länge 1m, Schlitzweite 0,5mm
Passt an jedes handelsübliche KG Rohr

Wasserdurchlässigkeit max. 4500l/h bei 1m Länge

Für Böden mit leichten Druckwerten, Teichbau oder einfachen Filteraufgaben zur Entwässerung“

Für die sichere Befestigung der einzelnen KG-Rohrstücke in den Steckmuffen benötigt man noch ca. 100 Stück 6 er Blindnieten. Diese sind erforderlich, denn sonst könnte man das Rohr weder drehen noch eventuell später wieder ziehen.

Bei der Verwendung von Blindnieten zur Verbindung der KG Rohre, sollte man aber berücksichtigen, dass die Blindnietenstummel ja ins Rohrinnere ragen. Logischerweise verengen die Nietstummel den Innendurchmesser Des Bastelbrunnenrohres um bis zu 20 mm. Es ist gut möglich, dass eine relativ große Kiespumpe dann überhaupt nicht mehr durchpasst. Selbst wenn das noch funktioniert, kann sich die Kiespumpe an den Nietstummeln festhaken.

Eine andere, wesentlich bessere Möglichkeit wäre das Verkleben der Rohre mit einem dafür geeigneten Kunststoffkleber. Dann muss man aber wieder die notwendige Aushärtezeit abwarten. Wie mans auch betrachtet, KG Rohre als Brunnenrohre sind einfach nur eine unsichere Bastelei. Das kann ich nach eigener leidvoller Erfahrung nur nochmals betonen.

Die richtigen Brunnenrohre sind ja durch feines oder grobes Trapezgewinde wesentlich einfacher und fester miteinander zu verschrauben.

Nach meinen Erfahrungen liegt im Preis der einzige Vorteil der KG Rohre.

Um es gleich vorweg zu nehmen, ich habe mich zunächst für die KG Rohre entschieden und habe das aber bitter bereut.

Für das blaue Brunnenrohr spricht jedenfalls die wesentlich größere Stabilität. Erstens durch das ganz andere zähere Material selbst und zweitens durch die wesentlich größere Wand­stärke von 5 Millimetern. Durch die sichere wieder lösbare Verschraubung kann es beim Eintäufen in Schraubrichtung gedreht und gegebenenfalls auch wieder gezogen werden.

Ich kann aus meiner Erfahrung nur dringend von der Verwendung des billigen KG Rohres abraten, jedenfalls dann, wenn die Filterstrecke von Hand mit der Säge oder der Flex her­gestellt wird. Mit den neueren KG Filterrohren habe ich keine Erfahrung, vermute aber, dass die Gefahr des Zusetzens und der Versandung der viel zu groben Schlitze bei feinen Sandböden dadurch wesentlich gemindert wird. Am umständlichen Zusammenfügen der einzelnen Rohrstücke ändert das neue Filterrohr aber auch nichts.

Materialstückliste und Kostenaufstellung

Bei den jeweils angegebenen Ca.-Kosten handelt es sich um aktuelle Kosten gemäß Inter­net-Recherche 5/2015 bei der Fa. Lotze Wassertechnik, bei der ich ein Großteil meines Materials bezogen habe.

Abgesehen von dem missglückten Versuch mit den KG Rohren wurden folgende Materiali­en verbaut:

12 Meter blaues Brunnenohr DN 115 203.- Euro
3 Meter blaues Filterrohr Schlitzweite 0,5 mm 80.- Euro
25 Meter PE Rohr 32 mm 35.- Euro
Messing Verschraubungen und Winkel für PE Rohr 80.- Euro
Brunnenkopf Für DN 100 67.- Euro
Tiefbrunnenpumpe 4 Zoll 370.- Euro
Presscontrol Elektronische Pumpensteuerung 80.- Euro
Feinfilter 1 Zoll 45.- Euro
Kiespumpe Eigenbau aus Schrottplatzmaterial 35.- Euro
Brunnenbohrer 170 mm Eigenbau 35.- Euro

 

Somit würden aktuell Gesamtkosten von ca. 1030.-Euro entstehen.

Zum Vergleich, im Jahre 2005 ist in der Nachbarschaft ein Brunnen von einer Fachfirma für 2865 Euro gebohrt worden.

Das teuerste mir bekannte Angebot lag bei 4.500 Euro.

Der Preis des professionellen Brunnenbohrers versteht sich für den kompletten Brunnenausbau incl. Tiefbrunnenpumpe und ei­ner Anschlussverschraubung am herausgeführten Rohr, ohne Presscontrol und Feinfilter.

Eine bekannte Mannheimer Brunnenbohrfirma hat mir heute erneut (6.6.2015) mal grob den Preis, für die Bohrarbeiten genannt. Bei einfachen Bodenverhältnissen, ohne Hinder­nisse und ohne Erschwernisse bei vorgefundene Ton-, Schluff- oder Lehmschichten, wür­de dieser bei 100.- bis 150.- Euro pro Meter Bohrtiefe liegen. Je nach Rohrdurchmesser.

Dazu kommen dann noch selbstverständlich die Materialkosten wie Rohre, PE Leitung Verschraubungen, Presscontroll und Tiefbrunnenpumpe.

 

Beginn der Bohrarbeiten Einrichten der Bohrstelle

Anfang September 2004 haben dann die Bohrarbeiten begonnen. Die Bohrstelle wurde ca. 2 Meter hinter der Garage angelegt.

Die Bohrstelle bot einerseits genügend Bewegungsfreiheit hinter der Garagenwand und lag andererseits so nahe an der Garage, dass die Installation der ganzen Gerätschaften wie Elektroanschluss, Pumpensteuerung, Feinfilter und Verteilung frost- und witterungsgeschützter im späteren kleinen Anbau erfolgen konnte……………………………………………………………..

Ende der Leseprobe

 

 


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