Lactose Intoleranz –  wie geht es nach der Diagnose weiter ?

Meist ist der Diagnose “ Lactose Intoleranz “ eine längere Zeit mit verschiedenen Magen- und Darmbeschwerden vorausgegangen. Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall sind ja Beschwerden die auch von einem Reizdarm oder diversen anderen Störungen des Verdauungsapparates ausgelöst sein können.

Oft wird erst mit der Zeit von den Betroffenen ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von milchzuckerhaltigen Nahrungsmitteln und Getränken mit den daraufhin auftretenden Problemen hergestellt.

Gewissheit bringt dann  ein vom Facharzt durchgeführter Test. Wie es nach dem positiven Lactose Unverträglichkeits Test weitergehen kann, ist unter anderem auch von der Art der diagnostizierten Milchzuckerunverträglichkeit abhängig. Da es viele Ausprägungsarten von Lactose Intoleranz gibt und betroffene Menschen auch auf lactoserhaltige Getränke und Lebensmittel unterschiedlich reagieren, gibt es auch keine einheitlichen Verhaltensempfehlungen.

Lactose Intoleranz ist keine Krankheit im eigentlichen Sinn, sondern die Folge von Mangel an Laktase im Körper, die die äußerst unangenehmen Probleme bei der Nahrungsverdauung verursachen. Was ist Lactose Intoleranz und wie entsteht sie ?

Um mit Laktose Intoleranz zu leben gibt es mehrere Strategien

  1. Zuführung von Laktoseenzymen durch diätische Lebensmittel (Kapseln,Pulver)
  2. Verzicht auf Laktosehaltige Getränke und Lebensmittel
  3. Umstellung auf vegane Ernährung

1.) Zuführung von Enzymen um die Spaltung von Lactose zu ermöglichen.

Es gibt die Möglichkeit den Mangel an natürlich im Körper gebildeter Lactase durch Zuführung sythetisch hergestellter Lactaseenzyme auszugleichen. (Diätische Lebensmittel)

Es gibt Tabletten, Pulver und Emulsionen die Lactase enthalten und dann auf jeweils unterschiedliche Art, vor und während des Essens eingenommen werden. Der Bedarf an Enzymen ist ja nun nicht bei jedem Menschen der an Lactose Intoleranz leitet gleich. Deshalb muss man die richtige Dosierung, bzw. das richtige Präparat erst ausprobieren. Wer an einer vollständigen Lactose Unverträglichkeit leidet benötigt für die Spaltung von 5 Gramm Milchzucker etwa 6000 FCC (Food Chemical Code) extern zugeführter Lactase.

Das bedeutet in der Praxis, wer den Milchzucker von 100 Gramm Kuhmilch durch künstliches Lactasenzym spalten muss benötigt dazu eine Kapsel, Pille oder Pulver mit dem Inhalt von 6000 FCC Lactase.

Lactose Gehalt von JoghurtEin anderes Beispiel: Oft wird der Milchzuckergehalt von fetttarmen Joghurt zu gering eingeschätzt. Ein kleiner 150 Gramm Becker enthält aber fast 15 Gramm Lactose. Man müsste desahlb zum Ausgleich ein diätisches Lebensmittel in Pillenform einnehmen, welches 18.000 FCC Lactase enthält.

Die meisten lactosehaltigen Lebensmittel weissen einen schwächeren Gehalt von Milchzucker auf. Es gibt deshalb Enzymkapseln  mit einem Einzelinhalt von 1.500 bis 18.000 FCC. Mann kann sich also mit kleineren Dosierungen an die optimale Wirkung herantasten. Für eine Packung mit 120 Kapseln a 6000 FCC muss man ca. 17.-  Euro rechnen. 100 Kapseln mit jeweils 1500 FCC schlagen mit etwa 6.- Euro zu Buche.

Ein in Apotheken gerne angebotenes Produkt (Lactrase) verursacht Kosten von ca. 50 Cent pro Mahlzeit. Es gibt jedoch auch viele preiswertere Produkte (aber auch wesentlich teurere) mit vergleichbarer Wirkung. Da Lactose Intoleranz nicht als Krankheit gilt, werden die Kosten für Enzym Kapseln nicht übernommen. Ein Produkt und Preisvergleich lohnt sich deshalb immer.

Pillen und Tabletten sollten dabei direkt vor, oder gleich zu Beginn des Essens eingenommen werden, damit sie ihre Wirkung auch rechtzeitig entfalten können. In Pulverform über das Essen gestreutes Pulver verträgt allerdings keine Temperaturn über 60 Grad, dann wird es unwirksam. Man kann das Lactaseenzym eigentlich kaum überdosieren es wird einfach ungenutzt ausgeschieden.

2.) Verzicht auf milchzuckerhaltige Erzeugnisse und Lebensmittel.

Zum Einen kann man natürlich darauf achten, dass man keine lactosehaltigen Getränke und Lebensmittel zu sich nimmt. Wenn es nur darum gehen würde Milch und Milchprodukte zu vermeiden, wäre das ja noch vergleichsweise einfach zu bewältigen.

Leider enthalten aber auch viele Nahrungsmittel, Backmischungen, Fertiggerichte und auch Fleisch- und Wurstwaren Milchzucker in vielfältiger Form. Zum Beispiel als Geschmacksvertärker oder Füllstoff. Man muss also dann je nach Ausprägung der eigenen Lactose Unverträglichkeit sehr genau auf die Verpackungsangaben zu den Inhaltsstoffen der jeweiligen Produkte achten.

Als lactosefrei gelten Lebensmittel deren Lactosegehalt unter 0,1g pro 100g Produktgewicht beträgt. Vielfach wird angenommen, dass gerade Käse, der ja aus Milch hergestellt wird, ebenfalls viel Lactose enthält. Dies trifft aber bei weitem nicht auf alle Käsesorten zu, vor allem nicht auf Hartkäsesorten.

Der vollständige Verzicht auf Milch und Molkereiprodukte ist auch deshalb nicht unproblematisch, weil darin ja auch andere wichtige Stoffe, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine  enthalten sind, die der menschliche Körper dringend braucht. Man kann also als lactoseintoleranter Mensch nicht einfach auf alle Milchprodukte verzichten, ohne für die dann fehlenden Stoffe einen Ausgleich zu schaffen.

Es ist auch nicht generell so, dass Milchprodukte wie Käse grundsätzlich einen für lactoseempfindliche Menschen Anteil aufweisen. Der normale Lactoseanteil bei Kuhmilch beträgt knapp unter 5 Gramm. Käse dürfte für laktoseintolerante Menschen dagegen eher unproblematisch sein. Oft beträgt deren Lactosegehalt unter 0,1 g /100 g (bei vielen Hartkäsen ist das der Fall) und dürften deshalb fast als lactosefrei gelten.

Andererseits enthalten aber auch Lebensmittel Lactose. Sie wird dort als Geschmacksverstärker/träger oder als Füllmittel eingesetzt. Lactose kann also auch in  Fertiggerichten, Fertigsaucen, Fertigsuppen, Tiefkühlgerichten, Süßwaren (z.B.Pralinen, Schokolade und Schokoriegel ,Brot, Gebäck, Kuchen sowie Fleisch- und Wurstwaren Pizza, Lasagne und Wurstwaren enthalten sein.

Kennzeichnung von laktosehaltigen Lebensmitteln

Es muss erkennbar sein ob ein Lebensmittels Milchprodukte enthält. Hier muss unterschieden werden:

  1. Auf der Verpackung des Lebensmittels ist ein Zutatenverzeichnis enthalten, dann ist das Milchprodukt als Zutat gekennzeichnet.
  2. Die Kennzeichnung des Lebensmittels enthält kein Zutatenverzeichnis: Dann muss in der Kennzeichnung des Lebensmittels erwähnt werden, dass ein Milchprodukt enthalten ist oder dies muss aus der Verkehrsbezeichnung des Lebensmittels hervorgehen (z.B.: Sahnelikör).

Da Menschen, die an Laktose Unverträglichkeit leiden,  unterschiedliche Mengen Laktose vertragen, sollte bekannt sein, wieviel Laktose in dem Produkt enthalten ist. Häufig lautet die Kennzeichnung dann „laktosearm“, „streng laktosearm“ und „laktosefrei“ , klar definiert sind diese Begriffe aber nicht. Die Lebensmittelchemische Gesellschaft empfiehlt diesbezüglich Folgendes:

  • „Laktosearm“: Gehalt an Laktose bis zu 1g/ 100 g
  • „Streng laktosearm“: Gehalt an Laktose bis zu 100 mg/ 100 g
  • „Laktosefrei“:Gehalt an Laktose oder Laktoseabbauprodukten :bis zu 10 mg/100 g

Die Schwierigkeit dabei ist aber, dass Lactose nicht als Laktose auf der Verpackung stehen muss sondern sich oft hinter folgenden Bezeichnungen verbirgt:

  • Milchzucker
  • Laktose
  • Milch / Magermilch / Vollmich / Sauermilch
  •  Milchpulver
  • Rahm
  • Butter
  • Sahne
  • Joghurt
  • Milchzucker
  • Molke , Molkenpulver
  • Sauermolke / Sauermolkenpulver
  • (Gewürzmischung)
  • (Zuckerstoffe)

3.)

Vegan gesund leben – eine weitere Möglichkeit mit Lactose Intoleranz umzugehen.

Die Umstellung auf eine gesunde vegane Lebensweise ist die dritte Möglichkeit die unangenehmen Auswirkungen einer Lactose Intoleranz zu vermeiden. Gleichzeitig ist dies aber auch die aufwendigste und tiefgreifendste Veränderung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten. Bebedeutet „Vegan gesund leben“ doch auch den völligen Verzicht auf Fleisch, Fisch, Eier und Milch. Alle Nahrungsmittel tierischer Herkunft scheiden aus. Somit stehen also automatisch keine Produkte mehr zur Auswahl die Laktose enthalten könnten. Die Bewältigung der Probleme mit Lactose Intoleranz gerät dabei schon fast zur Nebensache.

Bezugsquelle veganer Lebensmittel

Was ist eigentlich Lactose Intoleranz / Milchzuckerunverträglichkeit? Wie entsteht sie ? Was geht da in unserem Körper vor sich?

Lactose oder  Milchzucker ist wie der Name schon sagt als natürlicher Doppelzucker in der Milch enthalten. Er besteht zum Einen aus Traubenzucker (Glucose) und zum Anderen aus Galactose. Als Doppelzucker kann er aus dem Dünndarm nicht aufgenommen und für den Körper verwertet werden.

Die Trennung der beiden Doppelzuckerbestandteile besorgt ein normalerweise vom Körper im Dünndarm produziertes Enzym, die Lactase. Erst nach der Trennung des Doppelzuckers durch das Enzym können die beiden Einzelzucker Lactose und Galactose vom Körper aufgenommen und verwertet werden.

Fehlt beim Verdauungsprozess nun das Enzym Lactase, wandert der Milchzucker unverwertbar in den  Dickdarm und verursacht dort, meist noch verstärkt durch erhöhten Wassereintrag, durch die dann einsetzende Vergärung, die bekannten Beschwerden. Lactose Intoleranz ist also auf das vollständige Fehlen oder die verminderte Existenz des Lactase Enzyms in unserem Körper zurückzuführen. In Deutschland sind ca. 15 – 25 % der Menschen von einer Lactose Intoleranz betroffen. Aber welche der 3 Formen des Lactasemangels ist die Ursache der Beschwerden?

  • Der primäre Lactasemangel.

Die Natur hat es so eingerichtet, dass Babys während der Stillzeit den höchsten Lactasestand im Dünndarm vorweisen. Im weiteren Verlauf des Lebens nimmt dieser dann bei vielen Menschen kontinuierlich ab was aber völlig normal ist und bei bis zu 90 Prozent aller Menschen auftritt. Bei etwa 15 -20 % wird der Laktasemangel aber dann so stark, dass der Milchzucker im Dünndarm nicht mehr in ausreichendem Maße zerlegt werden kann. Die Beschwerden nehmen zu und man spicht nun von einer Lactose Unverträglichkeit durch primären Lactasemangel.

  • Der sekundäre Lactasemangel

Verschiedene Darmerkrankungen können zu einem sogenannten sekundären Lactasemangel führen, so z.B. Morbus Crohn, Zöliakie und sonstige Darmentzündungen. Auch Darminfektionen durch Bakterien können zu einem sekundären, vorübergehenden Lactasemangel und damit auch einer vorrübegehenden Lactose Intolernaz führen. Meist kann der Körper dann nach Abklinden der Primärerkrankung wieder ausreichend körpereigenen Laktaseenzyme bilden und die Beschwerden nehmen dann wieder ab.

  • Der angeborene Lactasemangel

Der sehr selten vorkommenden angeborenen Lactasemangel geht auf einen Gendefekt zurück. Den Neugebohrenen  fehlt  das für die Lactaseproduktion verantwortliche Gen. Dies führt zur vollständigen Unfähigkeit des Organismus das Enzym überhaupt zu bilden und zu einer vollständigen Lactose Intoleranz. In diesen Fällen ist von Geburt an eine strikte laktosefreie Diaät einzuhalten. Ohne eine soche Diät ist der Zustand lebensbedrohlich.

Wie kann man einen Lactasemangel feststellen?

Viele Menschen mit Lactasemangel merken selbst, dass Sie oder Ihre Kinder ab einem bestimmten Alter Milch und Milchprodukte nicht mehr gut vertragen. Wem die reine Beobachtung, dass die problemlos verzehrbare Menge an Milch und Milchprodukten gegenüber jüngeren Jahren gesunken ist nicht ausreicht, der kann einen Lactasemangel auf zwei verschiedene Arten feststellen lassen:

  1. Durch einen Lactosebelastungstest mit anschließenden Messung der Wasserstoffkonzentration in der ausgeatmeteten Luft
  2. Durch einen Gentest

Der Lactosebelastungstest wird in der Regel durch Fachärzte für innere Medizin und durch Fachärzte für Gastroenterologie durchgeführt und die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. Man bekommt auf nüchternen Magen eine bestimmte Menge in Wasser gelöster Lactose zu trinken (25 – 50g) und danach wird in regelmäßigen Abständen eine Atemprobe (beim H2-Atemtest) abgenommen.

Gelangt die bei Lactasemangel nicht resorbierte Lactose in den Dickdarm, wird sie dort durch Dickdarmbakterien unter Bildung von Wasserstoff  abgebaut. Der Wasserstoff wird über die Darmwand resorbiert und gelangt über den Blutkreislauf in die Lunge, und wird schließlich ausgeatmet. Durch Messung des Wasserstoffgehaltes der Atemluft kann man nachweisen dass ungespaltene Lactose in den Dickdarm gelangt ist.

Bei einem Lactasemangel steigt nähmlich der Wasserstoffgehalt der ausgeatmeten Luft nach dem Verzehr einer Lactosetestmahlzeit. Es liegt somit eine Lactose Intoleranz vor. Menschen die über eine ausreichende Lactaseproduktion verfügen, weissen keinen Wasserstoffanstieg in der Atemluft auf .

Der Gentest stellt eine neue Testmethode dar, der von den Krankenkassen allerdings meist  nicht bezahlt wird. Die Kosten für den Gentest liegen bei ca. 70.-€ Der Arzt nimmt  einen Abstrich von der Wangenschleimhaut und dieser Abstrich wird dann in einem dafür spezialisierten Labor welches für diese Untersuchung  zertifiziertes ist, untersucht.

Der Gentest erlaubt eine Prognose darüber, ob der Körper irgendwann im Laufe seines Lebens einen primären Lactasemangel entwickelt.

Aber Vorsicht, auch ein positives Testergebnis bedeutet daher nicht zwangsläufig , dass zum Testzeitpunkt bereits ein primärer Lactasemangel und damit eine Lactose Intoleranz vorliegt. Dies lässt sich nur durch den erstgenannten Atemtest nachweisen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten mit dem Problem der Milchzucker Unverträglichkeit umzugehen.

was von dem des herkömmlicher Produkte unterscheidet. Man muss halt auf  auf diese Weise die für den Körper wichtigen Inhaltsstoffe der Kuhmilch nicht durch andere Zusatzprodukte ausgleichen und dafür geschmackliche Unterschiede in Kauf nehmen.

Es gibt also einige Möglichkeiten eine diagnostizierte Lactose Intoleranz erträglich zu machen bzw. ganz zu beherrschen. Wichtig ist aber dabei immer die ärztliche Beratung und und die gesicherte Diagnose. Die bei Lactose Intoleranz auftretenden Symptome können nämlich auch andere weit ernsthaftere Ursachen haben, die in der Zeit des eigenen Herumlaborierens gegebenenfalls unbehandelt blieben. Schmerzen im Unterbauch, Blähungen und Durchfall können nämlich auch auf Dickdarm Dibertikel hinweisen, deren Nichtbehandlung ungleich ernstere Folgen, als die durch eine Lactose Intoleranz verurschten Beschwerden haben.


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