Sandtaugliche Tiefbrunnenpumpe was bedeutet das im Klartext

Sandtaugliche Tiefbrunnenpumpe ist ein sehr häufig gebrauchtes Verkaufsargument, Was bedeutet diese Bezeichnung eigentlich aber in Bezug auf die Funktionsfähigkeit, die Haltbarkeit und vor allem auch in Bezug auf eventuelle Garantie- und Gewährleistungsansprüche. Diese Frage wollen wir hier mal näher untersuchen.

 

Sandtaugliche Tiefbrunnenpumpe

Diese Pumpe hier hat ihren Einsatz in sandreicher Umgebung ganz eindeutig hinter sich. Wie am oberen Bildrand deutlich zu erkennen ist, musste der Pumpenkörper vermutlich mit einem Winkelschleifer aufgeschnitten werden, damit man an die hoffnungslos verstopften Laufräder der Pumpenhydraulik ran kam.

Hier ist schon rein optisch erkennbar, dass es mit der gewünschten Gewährleistungsreparatur aller Voraussicht nichts werden wird.  Die “ sandtaugliche Tiefbrunnenpumpe „muss ja geradezu im Sand gebadet haben. Ansonsten wäre dieser Sandeintrag nicht erklärbar. 

Hier dürfte ein bestimmungsgemäßer Gebrauch wohl kaum nachgewiesen werden können. Eine 1 Meter über der Filterstrecke ordnungsgemäß aufgehängte Tiefbrunnenpumpe kann diese Sandmengen wohl kaum angesaugt haben.

Selbst der Hersteller der DAMBAT/IBO, dem Sandfresser, stellt in seiner Montageanleitung ganz klar, dass sich die Unterkante der sandtauglichen Tiefbrunnenpumpe mindestens 30 cm oberhalb der Filterstrecke befinden muss. Das bedeutet. die Ansaugöffnung ist 1 Meter von der Filterstrecke entfernt.

Der Begriff sandtaugliche Tiefbrunnenpumpe für sich alleine ist ja auch wenig aussagekräftig, wenn er nicht mit einer konkreten Zahl verbunden ist. Meistens ist in diesem Zusammenhang die Rede von 50 Gramm pro 1000 Liter Wasser. Diese Menge garantiert praktisch jeder Hersteller. Der Sandfresser hat eine Zeitlang mit <500 Gramm geworben jetzt ist nur noch die Rede von 5% Prozent.

Das bedeutet aber nur, dass die Pumpe mit dieser Sandmenge zurechtkommt. Jeder seriöse Hersteller weißt aber darauf hin, dass Sand die Pumpe immer abnutzt, auch den besten Sandfresser. Auch dieser wird mit <50 Gramm Sandanteil auch 10 mal länger leben als mit <500 Gramm.

Werfen wir einmal einen Blick in die Montage und Gebrauchsanleitung von Dambat/Ibo. Dort heißt es nämlich sehr klar:

Zitat: 
Das Förderwasser muss frei von mechanischen Verunreinigungen sein.
Die Pumpe ist zur Förderung von Wasser ohne feste, schleifende Partikeln vorgesehen. Die Förderung von sandenthaltendem Wasser führt zum schnellen Verbrauch und zur schnellen Störung des Aggregats.
In diesem Fall ist nur eine entgeltliche Reparatur möglich.
Dies gilt nicht für Pumpen mit erhöhter Sandbeständigkeit. Für diese Pumpen kann der maximale Sandgehalt im Wasser 5% nicht überschreiten. Es wird darauf hingewiesen, dass die Lebensdauer der Pumpen mit erhöhter Sandbeständigkeit deutlich kürzer ist, wenn die Pumpe  ein mit Sand verunreinigtes Wasser fördert.
Die Garantie umfasst den Verbrauch der fördernden Teile nicht.
Es ist deren natürlicher Verschleiß. Die Pumpe ist nicht zur Förderung von ätzenden oder leichtentzündlichen Stoffen, Stoffen mit destruktiven oder explosiven Eigenschaften (z.B.: Benzin, Nitromethan, Erdöl usw.), Lebensmitteln, Salzwasser geeignet.
Aggregatstörungen infolge vom Pumpen derartiger Flüssigkeiten sind durch die Garantie nicht gedeckt. Die maximale Temperatur des Förderwassers beträgt 35o C. Die Pumpe ist nicht zur Förderung von Wasser mit übermäßigen Mengen von mineralischen Stoffen, welche die Entstehung von Steinablagerungen an den pumpenden Teilen verursachen. Die Anwendung der Pumpe in einer solchen Umgebung führt zum vorzeitigen Verbrauch der Pumpenteile. In diesem Fall ist nur eine entgeltliche Reparatur möglich. Die Pumpe kann Wasser mit Ölen und mit anderen aus Erdöl gewonnenen Stoffen nicht fördern. Die Anwendung der Pumpe in solchem Wasser führt zur Beschädigung der Gummiteile, wie z.B.: Kabel oder Dichtungen, dann zur Undichtigkeit und Motorstörung. In diesem Fall ist nur eine entgeltliche Reparatur möglich. Das Förderwasser darf langfaserige Verunreinigungen nicht enthalten.

Zitat Ende

Für uns Brunnenbohrer bedeutet das im Klartext, eine sandtaugliche Tiefbrunnenpumpe hält dem ständigen Beschuss mit Sandkörnern wesentlich länger stand. Ihr Einsatz ist auf jeden Fall sinnvoll, vor allen Dingen bei der Inbetriebnahme des Brunnens, beim Klarspülen. Aber auch als ständige Brunnenpumpe ist gerade die Dambat/Ibo angesichts ihrer beindruckenden Leistungsdaten durchaus empfehlenswert. 

Aber wie auch bei allen anderen Pumpen, anderer Marken gelten die Stufen- oder Schaufelräder als Verschleißteile und sind in der Regel von Garantie-Leistungen genauso wenig erfasst, wie die Bremsbeläge beim Auto. 

 

Sandtaugliche Tiefbrunnenpumpe 1
Einlaufspuren am Stufenrad Abrieb durch Sand auf Edelstahl Laufrad
Sandtaugliche Tiefbrunnenpumpe 2
Sandeintrag in Gehäuse

Sandtaugliche Tiefbrunnenpumpe 3
Sandeintrag zwischen Motor und Hydraulikteil




Vergleichstabelle der Leistungsdaten von 2 Tiefbrunnenpumpen laut Herstellerangaben.

Dambat IBO 3,5 Zoll SDM3/11
Preis135 €
6,3 bar
6300 Liter/h
90 mm, 3,5 Zoll
800 Watt
127 Watt/1000 l
1 1/2
11 Kunststoff/Noryl
27 € /1000 Liter
<500 gr/m³
zum Freispülen geeignet
20 Meter
***
Preis Leistungssieger
Grundfos 3-40
710 €
5,5 bar
4400 Liter/h
76 mm 3 Zoll
1000 Watt
227 Watt/1000 L
1 1/4
3 Polyamid (Noryl)
162 € /1000 Liter
<50 gr/m³
zum Freispülen nicht geeignet
20 Meter
***
Hohe Qualität, hoher Preis

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