Seniorenfahrrad mit neuer Ausstattung und in neuem Look.

Seniorenfahrrad

Seniorenfahrrad mit Wave Rahmen (Tiefeinsteiger)

Ein für ältere Menschen geeignetes Fahrrad deffiniert sich nicht mehr über die Bezeichnung  Seniorenfahrrad, sondern über die Ausstattung. Was dem jungen Menschen das Fahren bei Dunkelheit erleichtert, wie zum Beispiel der kaum spürbare Nabendynamo wird auch dem älteren Menschen Erleichterung verschaffen. Für ein Seniorenfahrrad ist auch die Balance zwischen technischer Neuerung und Verbesserung und altgewohnter Handhabung wichtig.

Viele von uns werden das Radfahren mit Rädern ohne Gangschaltung und Rücktrittbremse erlernt haben. Deshalb neigen gerade ältere Menschen eher zu Rädern mit Nabenschaltung und Rücktritt. Weil sie eben damit am besten umgehen können.

Der modernen Kettenschaltung mit 24 Gängen und Freilauf stehen viele reservierter gegenüber, weil ihnen die Feinstufigkeit zu unübersichtlich ist und der bei einer Gefahrenbremsung aus alter Gewohnheit nach hinten tretende Fuß ins Leere stösst und deshalb das Gleichgewicht verloren geht.

Es fehlt manchen von uns auch die Möglickkeit, an der Ampel, stehend, in den niedrigen Anfahrtsgang schalten zu können. Andere dagegen sind ganz begeistert von den neuen Möglichkeit einer modernen Kettenschaltung und heben die Möglichkeit hervor sich bei der Kettenschaltung das Pedal des Antrittfusses in die richtige Position stellen zu können. Man kann also wohl festhalten das “ Seniorenfahrrad “ schlechthin gibt es scheinbar wirklich nicht.

Ich möchte mich im folgenden Abschnitt daher etwas näher mit den zur Verfügung stehenden Ausstattungen beschäftigen und einfach meine eigene Suche nach dem Seniorenfahrrad beschreiben.

Mit Begin des Rentenalters besteht normalerweise ja überhaupt kein Grund, jetzt plötzlich mit alten Gewohnheiten zu brechen. Es sei denn es handelt sich um solche, die man eigentlich schon längst hatte ändern wollen. Warum sollte man sich denn jetzt plötzlich dafür interessieren, ob das gewohnte Rad eigentlich auch als Seniorefahrrad taugt. Senioren sind eine Altersgruppe zu der man sich persönlich ja noch lange nicht zählt.

Schließlich überfällt einem in aller Regel nicht unmittelbar das Sichtum oder andere plötzliche Gebrechen.

Im Gegenteil der jetzt vorhandene zeitliche Freiraum eröffnet ganz andere Möglichkeiten und vielleicht dehnt man jetzt das Fahrradfahren ganz wesentlich aus.

Andererseits darf man nicht vergessen, dass es leider auch viele Menschen gibt, die durch plötzliche Ereignisse (Unfall, Bandscheibenvorfall, Knieoperation oder schon andauernde Handicaps) ganz altersunabhängig, nicht mehr wie früher mit einem ganz normalen Rad fahren können. Diese Menschen geht es nicht um die folgende flappsige Definition von Seniorenfahrrädern sonder um ein Rad das ihnen trotz ihrer Einschränkungen weiterhin Mobilität und Teilhabe ermöglicht.

Und überhaupt, Seniorenfahrrad klingt irgenwie altbacken, muffelig und wenig sportlich. Sofort denkt man an unattraktive Hollandräder und Tiefeinsteiger mit Gieskanne am Gesundheitslenker Dabei ist sportliche Bewegung mit dem Fahrrad sowohl aus medizinischer als auch aus ökologischer Sicht sinnvoll. Es spricht also rein überhaupt nichts dagegen sein geliebtes Trecking, Touring oder City Rad  so lange wie möglich weiterzufahren. Solange einem das Fahrrad jedenfalls gefällt.

Aber dann, nach ein paar Jahren vielleicht, ist man des alten Rades überdrüssig und würde sich schon gern ein neues und schickes Rad kaufen. Es gibt ja mittlerweile auch auf dem Radsektor eine so rasante technische Entwicklung, die einem auch so manchen Komfort und Bequemlichkeit  beim Radfahren beschert. Denken wir doch nur mal an den altbekannten Dynamo diese kräftezehrende Krachmaschine, die einem auf ebener Strecke eine gefühlte Steigung von 10% vorgaukelte.  Und wenn man sich dann mal das Angebot näher ansieht stellt man mit Erstaunen fest. Es gibt gar kein Seniorenfahrrad  mehr,  jedenfalls nicht mehr in der Werbung und auf den Hochglanzprospekten der verschiedenen Hersteller. Denn kein Hersteller wird heutzutage noch mit dem Seniorenfahrrad als Imagekiller werben wollen.

 In den letzten 12 Jahren habe ich insgesamt 4 Fahrräder gefahren. Die ersten zwei waren Treckingräder mit Diamantrahmen und 18- bzw. 24. Gang Kettenschaltung. Da ich mit den Kettenschaltungen aus den oben beschriebenen Gründen nicht so recht warm werden konnte, habe ich mir dann 2008 ein Tourenrad mit 8 Gang Nabenschaltung, ebenfalls mit Diamant Rahmen, zugelegt. Dieses Rad hatte erstmals einen Nabendynamo.

Warum die Auswahl auf ein Seniorenfahrrad mit tiefem Einstieg fiel.

2010 ereilte mich dann eine Nervenbahnentzündung, die mein linkes Gleichgewichtsorgan dauerhaft lahmlegte. Die daraus resultierenden  Schwindelanfälle machten Radfahren für fast 10 Monate unmöglich. 2 Knieoperationen und ein Bandscheibenvorfall und eine gegen null tendierende Kondition machten mich relativ zügig zu dem eingangs beschriebenen Menschen, der sich sehr wohl auf die Suche nach einem für diese Beeinträchtigungen geeigneten Seniorenfahrrad machen musste.

Vor diesen Beeinträchtigungen waren Tagestouren von 50-60 km üblich. Immer noch anhaltende Schwindelgefühle bei Änderung der Körperlage machten das Auf- und Absteigen auf das Fahrrad infolge des Oberrohres des Diamantrahmens sehr schwierig. Dazu musste man ja bei schräg gehaltenem Fahrrad das Bein über Gepäcktrager und Sattel schwingen. Genau in dieser Situation spielte dann der Gleichgewichtssinn verrückt. Also musste ein Fahrrad mit tiefem Einstieg her, welches diese Schwenkbewegung überflüssig machte.

Meine Wahl fiel auf ein Rad mit 55 er Rahmenhöhe mit tiefem Einstieg, gefedertem Sattelrohr und Federgabel, sowie schwenk, bzw. neigbarem Lenkervorbau. Sattelhöhe, Lenkerhöhe und Lenkervorbau wurden auf eine möglichst aufrechte Haltung mit ergonomisch ermüdungsfreier Position zu den Pedalen eingestellt.  Dies geschah alles beim Fahrradhändler auf dessen Versuchsstrecke.

Nach der Endmontage und Kauf ergab sich dann auf ausgedehnten Fahrten auf gewohnten Strecken die Notwendigkeit von verschiedenen Korrekturen und Feinsjustagen.

Aufgrund meines defekten Gleichgewichtsorgans ist er mir nicht möglich, auf dem Fahrrad sitzend, den Kopf weiter nach hinten zu drehen, um den nachfolgenden Verkehrs zu beobachten, ohne das Gleichgewicht zu verlieren.

Seniorenfahrrad 1

Wichtige Einstellungen von Sattel- Lenker und Sitzposition beim Seniorenfahrrad oder -pedelec

Als sehr wertvolle Abhilfe hat sich der altbekannte große Rückspiegel herausgestellt. Damit kann ich die meisten Situationen bewältigen. Wo das nicht durch einen Blick in den Rückspiegel geht, steige ich ab und orientiere mich vom Boden aus neu, bevor ich mich einordne oder nach links abbiege.

Heute, 2015, bin ich mit meinem NSU Tiefeinsteiger-Seniorenfahrrad mit 8 Gang Nabenschaltung sehr zufrieden. Allerdings würde ich heute, statt der Rücktrittbremse, eine Freilaufnabe wählen, um beim Ampelhalt die Pedale in Antrittposition stellen zu können. Diese Schaltungkombination war beim Kauf noch nicht sehr verbreitet.

Seniorenfahrrad – wichtige Eigenschaften und Einzelkompenenten

  • Es handelt sich dabei um ein Fahrrad mit 28 Zoll Rädern und Trecking Bereifung.
  • Die Rahmenhöhe beträgt 55 cm (bei 172 cm Körpergröße) mit Tiefeinstieg (Wave-Form) Die meisten Hersteller bieten Rahmen in Größenstufen von 4-5 cm an.
  • Die Schaltung umfasst 8 Gänge und verfügt über eine Rücktrittnabe
  • Der Sattel ist eine etwas schmalere Version des normalen Tourensattels.
  • Der Lenkervorbau ist zur Feinjustierung mit einem Schwenkknie versehen.
  • Die Höhe der Lenkergriffe ist ca. 10 cm höher als der Sattel und ermöglicht eine aufrechte Fahrerposition.
  • Selbstverständlich verfügt das Rad über einen leichtlaufenen Nabendynamo und eine moderne Beleuchtungsanlage mit Standlichtfunktion.
  • Das Rad hat eine Federgabel deren Qulität besser sein könnte. Vielleicht sollte man, auch im Hinblick auf eine eventuelle Nachrüstung mit einem Vorderradmotor, doch lieber eine starke und starre Vorderradgabel verwenden.
  • Die Feinjustierung der Rahmen/Sitzhöhe erfolgt über eine gefederte Sattelstütze.

Das wären die Kriterien, auf die ich beim Kauf eines Seniorenfahrrades achten würde. Wie bereits erwähnt, würde ich heute eher auf eine Rücktrittbremse und eine gefederte Gabel verzichten.

Natürlich sind Fahrräder mit Kettenschaltung genauso geeignet. Da wäre ja bereits ein Freilauf integriert und der Rücktritt fehlt da ohnehin. Über Vor- und Nachteile der beiden Schaltungsarten könnte man abendfüllend diskutieren. Dazu gibt es aber berufenere Foren.

Die vorgenannten Kriterien sind prinzipiell natürlich auch beim  Kauf eines E-Bikes (Pedelecs) zu beachten.

Seniorenfahrrad und Pedelec – Die richtige Größe des Rahmens und die sorgfältige Einstellung von Sattel und Lenker sind  von ausschlaggebende Bedeutung.

Gerade bei bereits vorhandener Schädigung von Gelenken und Bewegungsapparat kann die falsche Einstellung entweder zu vorzeitiger Ermüdung oder gar zur Verschlimmerrung der bereits vorhandenen Beschwerden führen. Oftmals bemerkt man ungünstige Größe und falsche Einstellung von Sattel und Lenkerposition erst nach längerer Fahrzeit. Fachkundige Beratung und eine ausgedehnete Probefahrt sind daher sehr wichtig.

Die richtige Rahmengröße beim Seniorenfahrrad

Seniorenrad 1Die Rahmengröße eines Fahrrades oder eines Pedelecs ist die Basisgröße für die richtige Einstellung von Sitz- und Lenkerposition. Die Rahmengröße wird gemessen vom Mittelbunkt des Tretlagers bis zum Ende des Sattelrohres. Die genauere Bestimmungsmethode richtet sich nach dem Schrittmaß. Die einfachere Faustformel geht einfach von der Körpergröße aus. Meist werden die Rahmengrößen in 4-5  cm Abständen gefertigt. Bei einem Pedelec für Senioren geht man am besten von einer eher  schonenden, aufrechten Sitzposition aus. Bei festgestellten Zwischenwerten wählt man deshalb, besser den größeren Rahmen. Die Feineinstellung der Sattelhöhe nimmt man dann durch die Klemmung des Sattelstützrohres vor.

Einstellung der Sattelhöhe beim Seniorenpedelec

Seniorenrad 3Zuerst wird beim Seniorenfahrrad die Sattelhöhe eingestellt. Auf dem Sattel sitzend wird das rechte Pedal in die tiefste Stellung gebracht. Wenn man jetzt die Ferse des rechten Beines auf das Pedal stellt, sollte das Bein vollständig gestreckt sein. Zu Kontrolle stellt man in dieser Sitzposition beide Beine gleichzeitig mit den Fußspitzen auf den Boden. Wenn dies möglich ist, stimmt die Sattelhöhe. Zu weiteren Kontrolle stellt man jetzt wieder das rechte Bein bei tiefster Pedalstellung mit dem Fußballen auf das Pedal. Jetzt darf das Bein nicht vollständig gestreckt sein.

Einstellung der horizontalen Position des Sattel in Relation zur Tretkurbel

Seniorenrad 2Der Sattel, zunächst waagrecht eingestellt läßt sich in seiner Position horizontal verschieben. Die Position zur Tretkurbel ist entscheiden für ein effektives und für Knie und Hüfte günstiges Kräfteverhältnis beim Treten. Die rcihtige Einstellung finden Sie, indem Sie aufrecht auf dem Seniorenfahrrad sitzend die Pedale in 3-Uhr Stellung bringen und den rechten Fuß mit dem Fußballen auf das Pedal stellen. Jetzt muß das Lot  von der rechten Kniescheibe genau den Mittelpunkt der Pedaldrehachse treffen. Ist dies nicht der Fall, schieben Sie den Sattel etwas nach vorne oder zurück.

Einstellung von Lenkerhöhe und Position zum Sattel.

 

Seniorenrad 4Pedelecs oder Fahrräder für Senioren sind wohl eher selten für eine leistungsorientierte und sportliche Fahrweise vorgesehen. Die Einstellung des Pedelecs sollte also eher auf eine kräfteschonende und komfortable Fahrweise ausgerichtet sein. Meist wird eine eher aufrechte Körperhaltung bei angestrebt werden. Für die Neigung des Oberkörpers ist im wesentlichen die Höhe und der Abstand des Lenkers zum Sattel verantwortlich. Eine mehr geneigte  Körperhaltung mag in Bezug auf eine optimale Kräftewirkung auf die Pedale günstig sein, andererseits bedeutet sie auch, dass mehr Gewicht auf Armen und Händen liegt, was wiederrum bald zu Durchblutungsproblemen führen kann. Auch was diese Einstellarbeit anbelangt, wird man wohl einiges versuchen müssen. Auch wenn das Pedelec für Senioren vom Verkäufer gut und sorgfältig eingestellt worden ist, kann sich nach längerer Fahrt doch ein Änderungsbedarf ergeben. Lenker mit einem in der Neigung drehbaren Vorderbau ermöglichen sowohl Korrekturen in der Lenkerhöhe, als auch im Lenkerabstand

Das gezeigte Rad ist für eine Person von ca. 170 cm Größe eingestellt. Das Sattelende hat einen Abstand von ca. 100 cm von der Lenkermitte. Der Lenker ist ca. 10 cm höher als der Sattel. Die Fahrerposition ist hier relativ aufrecht.

Eine sehr ausführliche Beschreibung des Einstellvorgangs  bei Fahrrädern und Pedellecs finden sie hier auf diesem Informationsportal


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