Brunnen und Bewässerungsanlage winterfest machen

Im November, bevor die ersten Nachtfröste kommen, sollte der Brunnen und die gesamte Bewässerungslage winterfest gemacht werden.

Wie das im einzelnen gemacht wird ist in diesem Beitrag ausführlich beschrieben. In der noch verbleibenden Zeit bei gemäßigten Herbsttemperaturen wäre auch noch Gelegenheit, die eine oder andere Veränderung an der Brunnen und/oder Bewässerungsanlage vorzunehmen.

Tiefbrunnenpumpe mit rötlichem Belag (Versinterung) nach 5 Jahren im Brunnen

Mit der Zeit bildet sich ein rötlich schlammiger Belag an der Tiefbrunnenpumpe

Vielleicht hat die Leistung  der Brunnenanlage auch etwas nachgelassen und es wäre Zeit für eine Regenerierung des Brunnens und dabei könnte man auch gleich mal den Zustand der Tiefbrunnenpumpe überprüfen.

Die gefürchtete rötlich braune schlammige Beschichtung des Pumpengehäuses kann auch ein Indiz für die beginnende Verockerung oder Versinterung der Filterstrecke  sein.

Vorsicht beim Hochziehen der Pumpe aus dem Brunnen.

Vorsicht – Beim Hochziehen der Tiefbrunnenpumpe muss man unbedingt darauf achten werden, dass das Stromkabel, sofern es nicht ohnehin mit Plastikklips am Brunnenrohr befestigt ist, straff angezogen ist, um keine Schlaufe bilden zu können.

Selbstverständlich muss ma Pumpe vor dem Hochziehen stromlos machen. Gerade bei engen Rohrverhältnissen – 96 mm Pumpe im DN 100 Rohr – besteht sonst die Gefahr, dass das  Stromkabel eine Schleife bildet und diese zwischen Tiefbrunnenpumpe und Brunnenrohr gerät und dadurch das Pumpengehäuse einklemmt.

Wenn dieser Fall eintritt, auf keinen Fall mit Gewalt am Sicherungsseil weiterziehen. Dadurch würde immer mehr Stromkabel in den engen Spalt zwischen Tiefbrunnenpumpe und Brunnenrohr gezogen und die Pumpe immer fester geklemmt.

Stattdessen muß man versuchen, die Pumpe an der steifen Druckleitung wieder nach unten zu stoßen, währenddessen man kräftig aber doch gefühlvoll  am stromlosen Kabel zieht. Im schlimmsten Fall muss eben das Abreißen des Kabels in Kauf genommen werden.

Läßt sich die Tiefbrunnenpumpe nicht mit der Druckleitung nach unten stoßen , kann man vieleicht hilfsweise das Gestänge des Brunnenbohrers verwenden, falls dieses lang genug ist.

Ganz schlimm wirds aber, wenn die Pumpe wirklich festsitzt . Dann gehts zurück auf Null und es muss wohl oder übel ein neuer Brunnen gebohrt werden.

Der letzte Versuch wäre dann  vielleicht noch, die Tiefbrunnenpumpe mit einer langen Stange gewaltsam nach unten zu stoßen, in der Hoffnung dass sich dabei die Kabelschlaufe löst oder abreißt und die Pumpe nach unten fällt, oder doch noch am Sicherungsseil nach oben gezogen werden kann.

Das macht aber nur Sinn wenn man zuvor das Druckrohr mit Brachialgewalt aus der Verschraubung an der Brunnenpumpe reißen kann. Denn sonst kann man ja auch keine Ersatzpumpe einbauen. Kabel und Sicherungsseil könnte man ja abschneiden und einfach nach unten fallen lassen. Bei der Druckleitung führt der Weg aber nur nach oben.

Dann wäre zwar mit großer Wahrscheinlichkeit die Pumpe kaputt und müsste ersetzt werden. Aber die Bohrung müsste nicht aufgegeben werden. Wenn die Filterstrecke lang genug ist, würde sich die dann halt im unteren Bereich liegende „tote“ Pumpe auch nicht dramatisch auf die Leistungsfähigkeit des Brunnens auswirken.

Auch die  Kugelventile der Bewässerungsanlage sollte man vor der Frostperiode ausbauen und frostfrei lagern. Warum das so ist lesen sie hier.

 

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Genehmigungsverfahren für Brunnenbohrung

Für Brunnenbohrungen ist jetzt grundsätzlich ein Antrag auf Genehmigung erforderlich

Bis vor Kurzem  reichte bei vielen unteren Wasserbehörden in Baden-Württemberg eine Anzeige der beabsichtigten Brunnenbohrung für den Gartenbrunnen eines Einfamilienhauses noch aus. Damit ist nun Schluß. Eine Bohrung in den Grundwasserbereich ist nunmehr grundsätzlich genehmigungspflichtig und damit an ein formelles Genehmigungsverfahren geknüpft. Das vereinfachte „Anzeigeverfahren“ ist weggefallen. Die private Brunnenbohrung ist damit etwas komplizierter und das Genehmigungsverfahren natürlich teurer und aufwendiger geworden.

Genehmigungsverfahren für Selberbauer kann  schwierig werden.

Während das neue Genehmigungsverfahren beim Fachbereich Baurecht und Umwelt der Stadt Mannheim noch recht moderat abläuft, (Gebühr für die Genehmigung derzeit 99 Euro, Stand März 2018) kann das für den Selberbohrer im Bereich des Landratsamtes Karlsruhe schon recht schwierig werden, da wiehert nämlich der Amtschimmel ganz schön laut.

Dort verlangt man nämlich, dass die dem Genehigungsantrag für einen Gartenbrunnen beizufügenden Unterlagen, Pläne und Zeichnungen von einem dazu befähigten Sachverständigen angefertigt und unterschrieben sein müssen.

Zitat“

Die Pläne und Zeichnungen müssen von einem hierzu befähigten Sachverständigen
auf dauerhaftem Material unter Verwendung beständiger Farbstoffe hergestellt und unterzeichnet sein. Auf sämtlichen Unterlagen ist die Zugehörigkeit zum Antrag zu
vermerken („Zum Antrag vom …… gehörig“).
Zitat Ende
Man könnte den Damen und Herren Verwaltungsbeschäftigten beim Landkreis Karlsruhe darüber hinaus noch vorschlagen, doch auch noch die Verwendung einer bestimmten dokumentenechten Kugelschreibermine germäß DIN 1243a-c im Antragsformular vorzuschreiben.
 

In Mannheim müssen die Planungsunterlagen und Bohrzeichnungen natürlich auch sachgerecht und vollständig sein, wer diese aber angefertigt hat, ist dem Mannheimer Amt (noch) egal.

Der Neueste Stand der Dinge ist wohl der, dass grundsätzlich ein Genehmigungsverfahren erforderlich ist, weil die Bohrung in Grundwasserbereiche jetzt grundsätzlich geprüft werden soll. Die Grundwassernutzung zur Gartenbewässerung in Einfamiliengärten ist dagegen weiterhin genehmigungsfrei.

Man begründet die Änderung bezüglich der eigentlichen Brunnenbohrung mit einer Verschlechterung der Gefahrenlage durch sehr viele mit Altlasten behaftete Grundstücke. Man müsse einfach jetzt genauer hinschauen, dass die Bohrungen auch fachgerecht  mit zugelassenem Brunnenrohr ausgeführt  werden und Verunreinigungen der verschiedenen Grundwasser führenden Schichten ausgeschlossen werden können, was sicherlich nachvollziehbar ist.

Zitat :

Rechtsgrundlage: § 43 Abs. 2Wassergesetz
Hinweis: Die Niederbringung einer Bohrung für den Gartenbewässerungsbrunnen ist erlaubnispflichtig; die Nutzung des Grundwassers ist in der Regel erlaubnisfrei (§ 42 Abs. 2 Wassergesetz)
 
Zitat Ende:
 
 
 
Die Karlsruher Verfahrensweise, welche sicherlich auch noch andernorts angewendet wird, macht die private Brunnenbohrung im Do it yourself – Verfahren ohne Beteiligung einer Fachfirma, nunmehr kaum mehr möglich. Es sei denn, man findet einen entsprechenden Sachverständigen, der die selbst gefertigten Pläne und Zeichnungen prüft und schließlich unterschreibt.
Schwer zu beurteilen, ob das alles wirklich sachliche Gründe hat oder auf die allgemeine Eurobürokratie zurückzuführen ist. Freuen über diese „Neuerung“ werden sich sicher die Fachfirmen für Brunnenbau, die sich durch diese Angleichung an das Elektro- und Sanitärhandwerk schon lange praktizierte Verfahrensweise sicher mehr Aufträge erhoffen.
 

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Schrägsitzventil Bauformen und Eigenschaften

Ein Schrägsitzventil kann im Prinzip wie ein Kugelventil verwendet und eingebaut werden. Im Gegensatz zum Kugelventil muss beim Einbau des Schrägsitzventil die Fliessrichtung beachtet werden. Der Ventilteller muss unbedingt gegen die Fliessrichtung und den Fliessdruck schliesen, sonst kommt es über kurz oder lang zur Beschädigung der Dichtungsscheibe. Die Fließrichtung ist aber auf dem Gehäuse deutlich gekennzeichnet und auch an der Bauform erkennbar. Das Schrägsitzventil muss eben wie der Name schon sagt, schräg gegen die Fliessrichtung eingebaut werden.

Im Gegensatz zum Kugelventil kann es leicht zerlegt und wieder instand gesetzt werden.Oberteile Spindel und Dichtungsteller nebst Kleinteilen sind im gut sortierten Fachhandel zu bekommen. Oberteile und Dichtungen gibt es in allen Abmessungen in jedem Baumarkt. Ein Schrägsitzventil kann also im Gegensatz zu 99 Prozent der Kugelventile in eingebautem Zustand teilzerlegt und repariert werden. Ein Schrägsitzventil ist eher für den ständigen Gebrauch, öffnen und schließen konstruiert, ein Kugelventil eigentlich vorwiegend für den Ruhezustand. (Abgesehen von halbjährlichen Funktionskontrollen) Abgesehen davon kann natürlich auch das Schrägsitzventil zum dauerhaften freigeben oder abstellen von Leitungsabschnitten zu Wartungszwecken verwendet werden.

Die einzelnen Schrägsitzventile unterteilen sich im Wesentlichen in:

  • Standardform mit Stopfbuchsendichtung
  • Ventil mit wartungsfreier Fettkammer
  • Freiflussventil mit offenem Durchfluss
  • Kombinationen aus den verschiedenen Bauformen

Schrägsitzventil Standart Form

Dieses Allround Ventil kann eigentlich an jeder Stelle der Wasserleitung sowohl zum Regeln als auch zum Absperren verwendet werden. Die Stopfbuchse, mit Gefühl bedient kann Undichtigkeiten bis zu einem gewissen Grad abstellen. Der häufigste zum Totalschaden führende Fehler ist das Überdrehen der Einstellschraube. Das normale Schrägsitzventil reduziert auch im geöffneten Zustand die Durchflussöffnung was natürlich zur Druckverminderung führt.Schrägsitzventile erfordern ein zweimaliges Umlenken des Wasserstroms. Geradesitzventile, die in etwa nach dem selben Prinzip gebaut sind wie das Schrägsitzventil erfordern sogar ein viermaliges Umlenken des Wasserstroms. Sie sind daher wesentlich lauter und druckmindernder als Schrägsitzventile. Auch das Schrägsitzventil sollte mindestens alle 6 Monate einer Funktionskontrolle unterzogen werden. Die Stopfbuchsenkonstruktion ist nämlich insbesondere bei hartem Wasser verkalkungsanfällig und sitzt dann gerne fest. Beim Einbau in Warmwasserleitungen tritt dieses Problem besonders häufig auf.

Schrägsitzventil mit wartungsfreier Fettkammer

SchrägsitzventilBei neueren Konstruktionen sorgt an Stelle der althergebrachten Stopfbuchsen eine sogenannte Fettkammer für weitestgehende Wartungsfreiheit. Alle beweglichen Spindelteile laufen in einer gekapselten Fettkammer Solche Ventile sind nicht mehr kalkanfällig, sehr leichtgängig und müssen praktisch nicht mehr gewartet werden. Fettkammeroberteile können wie herkömmliche Stopfbuchsenoberteile ohne weiteres ohne Ausbau des Ventils ausgetauscht oder einfach nur das Ventilgummi erneuert werden. Es gibt sie auch mit nicht steigender Spindel. Das bedeutet, dass sich das Stellrad beim Öffnen des Ventils nicht herausdreht. Dies kann bei sehr beengten Platzverhältnissen von Vorteil sein, wenn in einer Nische nicht genügend Platz für das herausgedrehte Handrad ist.

 Freiflussventil mit offenem Durchgang

Beim Freiflussventil zieht sich der Ventilteller bei Vollöffnung ganz in das Ventiloberteil zurück und gibt damit die gesamte Durchflussöffnung frei. Dadurch wird sowohl die Fliessmenge als auch der Wasserdruck nicht vermindert. Auch Fliessgeräusche werden dadurch vermieden. Diese Technik ist mit dem Kugelventil mit vollem Durchgang vergelichbar.

Unter den einzelnen Bauformen ergeben sich auch Kombinationsmöglichkeiten wie Freiflussventil mit Fettkammer und steigender Spindel oder mit nicht steigender Spindel. Auch der Tausch eines Stopfbuchsenoberteils gegen ein Fettkammeroberteil  ist in fast allen Fällen möglich.

 

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Anbohrschellen zur Rohrnetzerweiterung

AnbohrschellenAnbohrschellen vereinfachen die Erweiterung eines bestehenden Rohrnetzes aus Kunstsoffrohren ganz beträchtlich.  Wenn man nach der Installation seines Wasserverteilungssystems feststellt, dass man vielleicht doch noch einen Beipaß für einen Schlauchanschluß vor der Verteilung für die einzelnen Stränge braucht, ist das immer ärgerlich. Oftmals ist es gar nicht möglich einen zusätzlichen T-Fitting einzusetzen, ohne große Teile des Rohrleitungssystems zu demontieren. Abhilfe schaffen hierbei sogenannte Anbohrschellen.

Anbohrschellen ein altbekanntes Hilfsmittel

Eigentlich kennt man die Technik, eine aus zwei Halbschalen bestehende stabile Manschette mit Dichtungseinlage um  ein leckes Wasserleitungsrohr zu legen, schon seit Jahrzehnten.  Auch Guss -Abwasserrohre hat man schon vor langer Zeit mit sogenannten Anhauschellen angezapft. Was liegt also näher als diese Technik auch  auf den Rohrleitungsbau mit Pe-Kunststoffrohren anzuwenden.

Anbohrschellen gibt es mittlerweile für alle Rohrdurchmesser und mit Innengewinde Anschlüssen von 1/2 Zoll bis 2 Zoll.  Der Einbau ist kinderleicht. Nachdem der Dichtungsring in die Aussparung der Hälfte mit dem Gewindeabgang eingelegt wurde, legt man die beiden Schalenhälften der Anbohrschellen an der Stelle um das Kunststoffrohr, wo der nachträglich Abzweig angebracht werden soll. Die Klemmschrauben werden leicht angezogen. Nach der entsprechenden Ausrichtung des Gewindeanschlusses in die gewünschte Richtung werden die Schrauben endgültig festgezogen.

Um das Verschieben der Anbohrschelle auf dem Ursprungsrohr zu erleichtern, sollte das PE Rohr und der eingelegte Dichtungsring aus Gummi mit etwas Spüli gleitfähig gemacht und die Klemmschrauben nur leicht angezogen werden. Beim Verschieben  darauf achten, dass der Dichtungring nicht herausrollt und eine dichte Verbindung von Anbohrschellen und PE-Rohr nicht möglich ist.

Erst wenn die Anbohrschelle entgültig ausgerichtet und festgeschraubt ist, wird das Rohr mit einem normalen Maschinenbohrer durch die Seite mit dem Gewindeanschluss angebohrt.  Das Material der Anbohrschellen ist 6-10 Millimeter stark, je nach Größe und kann so praktischerweise als Bohrlehre verwendet werden. Die bereits in der Schellenhälfte fertig gestellt Bohröffnung  ist je nach Rohrgröße zwischen 12 und 17 Millimeter groß. Somit ist eine mögliche Beschädigung des Innengewindes nahezu ausgeschlossen. Das PE Material ist sehr leicht zu bohren und man muss aufpassen, dass man die gegenüberliegende Rohrwand nicht durchbohrt. Man sollte die Anbohrschellen aber eher nicht mit dem weicheren und dünneren Gardena Verlegerohr verwenden, weil ansonsten eine hunterprozentige Dichtheit wegen der Materialunterschiede zum harten PE Rohr nicht erreicht werden kann. Mir ist das jedenfall nicht gelungen.

Nachdem die passende PE Schraubmuffe mit Teflonband eingedichtet wurde, kann der erforderliche Anschluss mit PE-Rohr weitergeführt werden. Vom Preis her sind Anbohrschellen gegenüber T-Fittings zum Schrauben überaus interessant, kosten sie mit 1-2 Euro doch nur einen Bruchteil .  Bezugsquelle

Buchempfehlung: Zusammengefasste Schritt für Schritt Anleitung eines ganzen Brunnebauprojektes von der Antragstellung bis zur Inbetriebnahme einer vollautomatischen Bewässerungssteuerung.