Handwerkliche Fehler führen zum Pumpentod

Die Umsatzzahlen der Hersteller von Tiefbrunnenpumpen steigen ganz beträchtlich wenn der Hobby Brunnenbauer gleich mehrere Regeln des Brunnenbauhandwerks außer Acht lässt. Die häufigsten Ursachen des plötzlichen oder schleichenden Pumpentodes sind:

  1. Verwendung von selbstgeschlitztem braunen KG Rohr statt des richtigen Brunnenrohres
  2. Einbau der Tiefbrunnenpumpe im Bereich der Filterstrecke aus 2-3 Millimeter starken Schlitzen, möglichst noch in Bodennähe des nach unten offenen Brunnenrohres.
  3. Tiefbrunnenpumpe gleich in Volllast betreiben ohne den Brunnen vorher klar zu pumpen.

Wenn diese 3 Merkmale zusammentreffen und die Filterstrecke dann noch in einer Bodenschicht steckt, die ohne Filterkiesschüttung aus recht feinem Sand besteht, ist der Grundstein für die zweite Tiefbrunnenpumpe als Ersatz bereits gelegt.

Klar gibt es Brunnenbesitzer die beschwören, ihren Brunnen mit selbstgeschlitztem KG Rohr schon seit 20 Jahren ohne Probleme zu betreiben. Das trifft in vielen Fällen wohl auch so zu. Wenn die Bodenschicht im Bereich der Filterstrecke die richtige Zusammensetzung aus feinen und groben Kies und Sandanteilen hat, funktioniert das natürlich auch.

In diesen Fällen ist die Gefahr der Versinterung und Verockerung der Filterschlitze auch nicht so groß wie bei den feinen 0,3 mm Schlitzen des professionellen Filterrohrs. Aber betrachten wir die drei Kardinalsfehler mal näher.

  1. Fehler: Selbstgeschlitzes oder gebohrtes KG Rohr als Filterstrecke.

In der Regel sind die Schlitze oder Löcher zwischen 2 und 4 Millimeter stark. Wenn nun im Bereich dieser Schlitze sich ein Sand Kies Gemisch mit einer Korngröße über 4 Millimetern befindet ist wohl alles in Ordnung. Die Sandkörner dieser Größe kommen nicht durch die Schlitze.

Leider ist das Sand Kies-Gemisch aber auch oft nicht homogen. Es gibt darunter durchaus Sandanteile, von deutlich unter einem Millimeter. Diese Sande können dann natürlich die Schlitze passieren, jedenfalls solange, bis sich vor den Filterschlitzen eine Mischung aus kleinen und großen Sandanteilen gebildet hat die als Gemenge dann praktisch für eine feinere Filterschicht um die Schlitze sorgt.

Der Aufbau dieser Filterschicht sollte durch den Klarpumpvorgang mit verminderter Pumpenleistung über die Zeitdauer von ein paar Stunden hinweg ermöglicht werden.

Ist die Sandmischung dagegen feiner, führt das zu einer andauernden Sandbelastung der Tiefbrunnenpumpe und schlussendlich zum vorzeitigen Verschleiß. Der heutige Stand der Pumpentechnik ermöglicht auch bei normalen Tiefbrunnenpumpen einen Sandanteil von 50 Gramm pro Kubikmeter Wasser.

Ob diese geringe Sandtoleranz allerdings für selbstgeschlitzte KG Rohre ausreichend ist, dürfte mehr als fraglich sein. Es gibt wenige Pumpenhersteller die eine Garantie für die Sandverträglichkeit ihrer Produkte über diese Grenze hinaus geben. Da muss dann schon eine sandresistente Pumpe her.

2. Fehler: Einbau der Tiefbrunnenpumpe im Bereich der Filterstrecke

Die vorangestellten Ausführungen beziehen sich allgemein nur auf die Größe von Filterschlitzen bei korrekt außerhalb der Filterstrecke im Mindestabstand von 1 Meter eingebauter Tiefbrunnenpumpe.

Wird die Pumpe dagegen auch noch fälschlicherweise im Bereich der Filterstrecke aufgehängt, verstärkt sich der beschriebene Effekt nochmals ganz beträchtlich, denn die Sogwirkung richtet sich nun direkt auf die viel zu großen Schlitze, die Fließgeschwindigkeit wird zu hoch und der Sandeintrag wird um ein Mehrfaches erhöht.

Ein ähnlicher Effekt tritt aber auch bei Verwendung von professionellem Filterrohr auf. Auch dort muss die Pumpe mindestens 1 Meter über der Filterstrecke hängen. Zwar ist der Sandeintrag bei 0,3 mm Schlitzen wesentlich geringer aber immer noch vielfach höher, als bei korrekt eingebauter Tiefbrunnenpumpe.

Seltener dagegen wird die Brunnenpumpe zu tief eingebaut, etwa im Bereich des Sumpfrohrs unter der Filterstrecke, direkt über dem Ende des nach unten offenen Brunnenrohrs. In diesen Ausnahmefällen tritt der schnelle Sandtod der Tiefbrunnenpumpe dann in allerkürzester Zeit, oft nach wenigen Minuten ein.

3. Fehler: Brunnen sofort in Betrieb nehmen, ohne Klarpumpvorgang.

Bevor der Brunnen benutzbar ist, muss er zunächst mit verminderter Pumpenleistung klargepumpt werden. Zunächst ist vom Plunschvorgang her noch eine Menge Sand im Wasser des Brunnenrohres bis sich eine homogene Schicht von kleinen und großen Sand- und Kies Partikeln um die Filterstrecke als zusätzlicher Filter gebildet hat.

Der bereits im Rohr befindliche Sand muss entweder rausgepumpt werden oder er sinkt in das Sumpfrohr. Das Klarpumpen muss solange erfolgen, bis in einem Eimer mit ca. 10 Liter abgepumpten Brunnenwasser nur noch eine sehr geringe Sandmenge sichtbar wird.

Heutige hochwertige Pumpen vertragen bis zu 50 Gramm Sand pro Kubikmeter also 0,5 Gramm im 10 Liter Eimer.

Zum Klarpumpen nimmt man am besten eine Membro Pumpe, die verdaut vergleichsweise sehr große Mengen an Sand. Infolge der Membrantechnik (keine drehenden Teile) kann der Sand dieser Pumpe wenig anhaben. Sie kann höchstens verstopfen, wenn Sand aus dem Druckschlauch mangels Rückfluss Ventil in die Pumpe zurückrutscht und diese verstopft.

Ersatzweise tut es auch eine alte bereits abgenutzte Tiefbrunnenpumpe.


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du dich damit einverstanden.

Schließen