Plötzlich läuft kein Wasser mehr wenn man den Hahn aufdreht.  Bei einer kompletten Brunnenanlage mit Pumpe, Druckschalter, Vorschaltkasten mit Kondensator und Thermosicherung gibt es mehrere Fehlerursachen.

  • Die Tiefbrunnenpumpe ist defekt
  • der elektronische Druckschalter funktioniert nicht mehr
  • Kondensator, Thermoschutz oder Schaltrelais im Vorschaltkasten funktionieren nicht mehr
  • Der Fehler liegt irgenwo in der Stromverteilung und Fi-Schalter oder Leitungssicherung  trennen den Stromkreis deshalb ab.

Die Fehlersuche im Ausschlussverfahren

Wenn die Pumpe über die Stromversorgung der Garage läuft, ist die Fehlereinkreisung, wie  in meinem Fall relativ einfach. Da auch die Garagenbeleuchtung nicht mehr funktioniert, ist rasch klar, da ist offenbar die Sicherung rausgeflogen.

Die Nachschau im Sicherungskasten ergibt, der FI Schalter hat ausgelöst. Also FI Schalter wieder reingedrückt, Pumpe eingeschaltet – Wasser läuft. Nach 3 Sekunden steht die Pumpe wieder. Das Problem liegt also offensichtlich bei der Tiefbrunnenpumpe und nicht im Leitungsnetz der Garage.

Ein Blick in den Sicherungskasten ergibt, wieder ist der FI Schalter rausgesprungen. Im nächsten Schritt wird die Pumpe eingeschaltet, dann der FI Schalter. –

Jetzt fliegen Sicherung und FI Schalter raus, also liegt das Problem sicher  bei der Tiefbrunnenpumpe, dem Vorschaltkasten mit Kondensator oder dem Presscontrol-Druckschalter.

1. Schritt

Nach dem Direktanschluss der Tiefbrunnenpumpe ohne Vorschaltkasten und Presscontrol läuft diese ohne Probleme an. FI Schalter und Sicherungen bleiben drin.

2. Schritt

Dann wird der Vorschaltkasten mit Kondensator, Thermosicherung und Relais wieder direkt angeschlossen ohne zwischengeschaltetes Presscontrol. Die Tiefbrunnenpumpe läuft einwandfrei.

3. Schritt

Im nächsten Schritt wird alles wieder original zusammengeschaltet mit Presscontroll dazwischen – Ergebnis nichts geht mehr aber Sicherung und FI Sicherung bleiben wenigstens drin.

 

Tiefbrunnenpumpe defekt

Presscontrol lässt sich nicht mehr resetten

Die Arbeitsschritte im Einzelnen

Am Presscontroll leuchten keine Kontrollleuchten. Durch Dauerdruck auf die Reset Taste des Presscontrol läuft die Pumpe wieder an – nach kurzer Zeit löst der FI Schalter wieder aus.

Damit ist klar, der Fehler liegt beim Presscontrol.

Glücklicherweise funktioniert die Tiefbrunnenpumpe also ordnungsgemäß und muss nicht ausgetauscht werden. Dadurch reduziert sich der finanzielle Aufwand von ca. 350 Euro auf lediglich 39.- Euro. Das ist der Preis für den neuen Druckschalter.

Nach dem Ausbau des offensichtlich defekten Presscontrol stellt sich bei der weiteren Demontage des Druckschalters heraus, dass ein Austausch der Platine des  elektronischen Teils aufgrund der Befestigung mit Klemmfedern/Tellerfedern, selbst wenn die Platine als Ersatzteil zur Verfügung stünde nicht möglich ist.

Nach dem Entfernen der Abdeckung wird dann auch die vermutliche Fehlerursache direkt sichtbar, offensichtlich sind die Federkontakte des Schaltrelais corodiert oder sonstwie mit rotbräunlicher Masse verklebt.

Infrage kämme allerdings der Austausch des gesamten Elektronik-Gehäuses, das lediglich mit drei Schrauben an das Gehäuse des Hydraulikteils angeschraubt ist. Ob die drei Schrauben allerdings für eine Demontage des Elektronicgehäuses zugänglich sind, hängt von der Einbauposition ab. In meinem Fall wäre zuerst die Demontage des Presscontroll erforderlich gewesen. Da der Ersatzteilpreis 5 Euro über dem Preis des neuen Druckschalters liegt wäre eine Teilerneuerung/Reparatur des ohnehin 11 Jahre alten Druckschalters wenig sinnvoll.

Also wird ein neuer Druckschalter „Agora-Tec Pumpen Druckschalter AT-DWv-10 verkabelt für Tiefbrunnenpumpen mit Betriebsdruck bis 10 bar“ zum Preis von 34,95 Euro bestellt. Dieser Schalter arbeitet zuverlässig nach bisheriger Erfahrung. Es gibt aber auch höherwertige Schalter mit weiteren Einstellungs und Sicherungsfunktionen.

 

Dieser trifft nach 2 Tagen ein und kann aufgrund der oben dargestellten Einbauposition des Druckschalters ohne Probleme in 15 Minuten ausgetauscht werden. Jetzt bewährt sich auch, dass der alte Schalter eben nicht direkt in die Leitung zwischenmontiert ist, sondern in der dargestellten Winkelposition.

Fazit:

Das Einbaumaß des neuen Schalters ist nämlich 15 Millimeter kürzer als der alte Schalter, was jedoch aufgrund der mehr oder weniger flexiblen Eigenschaft der PE Rohr Konstruktion ausgeglichen werden kann.

Bleibt festzuhalten: Der Presscontrol hat 11 Jahre ohne jede Störung funktioniert. Eine Reparatur ist wenig rentabel oder gar nicht möglich. Der Austauch ohne vorhergehende Fehlersuche hat gerade mal 15 Minuten gedauert. Der neue Schalter hat mit 35  Euro garade mal die Hälfte des Presscontrol gekostet. Hoffentlich halbiert sich die Haltbarkeit nicht auch auf die Hälfte.

Beim neuen Schalter ist der Einschaltdruck durch eine Stellschraube veränderbar. In welchem Umfang habe ich nicht ausprobiert. Die Voreinstellung liegt wie bei dem Presscontrol bei 1,5 bar.

Im Zusammenwirken mit dem ebenfalls in der Anlage verbauten Membranausgleichsgefäß mit variablem Vordruck, lassen sich die beiden Komponenten ideal aufeinander abstimmen.

Nochmal zur Erinnerung: Der Vordruch des Membran Ausgleichgefäßes sollte am besten dem Einschaltdruck des Druckschalters entsprechen, um die volle Pufferfähigkeit des Ausgleichgefäßes zu gewährleisten. Dieser Umstand sollte gelegentlich überprüft werden.

Nachtrag – 10.4.2018  Das neue Drucksteuergerät hat nach 2 Jahren ebenfalls seinen Geist aufgegeben. Das Fehlerbild war diesmal ganz anders, die Lokalisierung des Fehlers schwieriger. In Kürze folgt ein Beitrag über die erneute Fehlersuche und Austausch des defekten Teils.

 


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